Geldpolitik - EZB-Rat Nowotny sieht keinen Grund für geldpolitische Änderungen

Der Notenbankchef Österreichs, Ewald Nowotny, sieht vorerst keinen Grund, von der geldpolitischen Marschroute der Europäischen Zentralbank (EZB) abzuweichen.
30.03.2017 14:23
Ewald Nowotny, EZB-Rat.
Ewald Nowotny, EZB-Rat.
Bild: Bloomberg

Die geldpolitische Strategie für 2017 stehe im Wesentlichen fest, sagte Nowotny am Donnerstag in Wien. Zurzeit lautet die Marschroute der EZB, bis mindestens Ende des Jahres weiter Anleihen zu kaufen und an Zinsanhebungen erst nach Einstellung der Käufe zu denken.

Es gebe keinen Grund, von dieser Strategie abzuweichen, sagte Nowotny, der auch im geldpolitischen Rat der EZB sitzt. Im Laufe des Jahres werde diskutiert, wie man im kommenden Jahr weiter vorgehen wolle. Wie auch andere EZB-Vertreter verwies Nowotny auf die geringe Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie). Im laufenden Jahr werde es zumindest zu einer Normalisierung der Inflation kommen.

Vermeintlicher EZB-Strategiewechsel

Zuletzt hatte es an den Märkten Spekulationen auf eine absehbar straffere EZB-Geldpolitik gegeben. Diese Spekulationen gingen auch auf Äusserungen Nowotnys in einem Zeitungsinterview zurück. Der deutliche Anstieg der Kapitalmarktzinsen, der daraufhin einsetzte, hat sich in den vergangenen Tagen wieder ein Stück weit zurückgebildet, weil zunehmend Zweifel an dem vermeintlichen Strategiewechsel der EZB aufkamen.

Nowotny sagte zudem, dass die EZB den Fehler verfrühter Zinsanhebung nicht wiederholen wolle. Er nannte die Anhebungen im Jahr 2011, die kurz vor der Eskalation der Eurokrise erfolgt waren. Die damaligen Zinsschritte hatte die EZB mit einer steigenden Inflation begründet. Sie musste die Schritte aber bald wieder rückgängig machen, weil die Staatsschuldenkrise im Euroraum ausser Kontrolle zu geraten drohte.

(AWP)