Geldpolitik - Fed signalisiert Geduld auf dem Weg zu höheren Zinsen

Nach dem Zinsstakkato im vergangenen Jahr will es die US-Notenbank Fed nun ruhiger angehen lassen.
09.01.2019 22:46
Sitz der Federal Reserve Bank of New York in Manhattan.
Sitz der Federal Reserve Bank of New York in Manhattan.
Bild: cash

Viele Teilnehmer der jüngsten Fed-Sitzung vom Dezember sind laut den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Meinung, dass die Zentralbank bei der weiteren geldpolitischen Straffung "Geduld" aufbringen sollte - dies insbesondere vor dem Hintergrund eines gedämpften Preisauftriebs. Eine Reihe von Fed-Führungsmitgliedern hält es zudem für angebracht, zunächst die "in den vergangenen Monaten stärker ausgeprägten Risiken" in den Blick zu nehmen, bevor der Zins weiter angehoben wird. Die US-Industrie hat jüngst deutlich an Schwung verloren und damit unter den bereits nervösen Investoren Sorgen um die Konjunktur geschürt.

Welche Zinsschritte tätigt die Fed 2019?

Zeichen eines Wirtschaftsabschwungs und eine taumelnde Börse bringen den Zinsfahrplan der US-Notenbank möglicherweise durcheinander. Welche Zinsschritte erwarten Sie im Jahr 2019 von der Fed?

Die US-Notenbank erhöht die Leitzinsen wie angekündigt zweimal
26% (652 Stimmen)
Die US-Notenbank erhöht die Leitzinsen noch einmal
43% (1089 Stimmen)
Die US-Notenbank unternimmt keine Zinsschritte mehr
26% (651 Stimmen)
Die US-Notenbank senkt die Leitzinsen wieder
6% (142 Stimmen)
Gesamtstimmen: 2534

Auf der Zinssitzung im vorigen Monat hatten die Währungshüter den Leitzins das vierte und letzte Mal im Jahr 2018 erhöht - auf die aktuelle Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Zugleich signalisierten sie, dass sie 2019 zwei Mal nachlegen wollen. US-Notenbankchef Jerome Powell hat allerdings jüngst Flexibilität bei der Zinspolitik signalisiert und vielen Investoren damit die Sorge vor einem zu straffen Kurs genommen. Eine Reihe von Top-Notenbankern schlug zuletzt ähnliche Töne an.

Die Anleger reagierten nun erneut mit Erleichterung auf die in den Protokollen enthaltene Botschaft vieler Währungshüter, dass die Fed nichts überstürzen will: Die Kurse an der Wall Street legten weiter zu, während der Dollar auf ein Drei-Monats-Tief zum Euro fiel.

(Reuters)