Geldpolitik - Fed wird nicht pausieren und alle 3 Monate Zinsen erhöhen

Die US-Notenbank wird am Mittwoch die Zinsen erhöhen und ihre vierteljährlichen Zinserhöhungen um 25 Basispunkte bis Juni 2019 fortsetzen, wie aus einer Umfrage von Bloomberg unter Ökonomen hervorgeht.
25.09.2018 14:00
US-Dollars: Die Fed wird die Zinsen voraussichtlich weiter erhöhen.
US-Dollars: Die Fed wird die Zinsen voraussichtlich weiter erhöhen.
Bild: ZVG

Das ist ein stetigeres Tempo für die Straffungen in den kommenden Monaten, als Fed-Beobachter im Juni erwarteten. Zu jener Zeit sagten sie voraus, dass der zinspolitische Offenmarktausschuss der Federal Reserve auf seiner Sitzung im Dezember einen Schritt überspringen würde. Eine solche Pause werde erst im nächsten September kommen, sagen die Ökonomen nun.

In der vom 18. bis 20. September durchgeführten Umfrage erwarten die Ökonomen, dass die obere Begrenzung der Zielspanne der Notenbank für die Fed Funds Rate im Juni 2019 3,0 Prozent erreichen wird und auf diesem Niveau bis zum vierten Quartal verharrt, um im letzten Vierteljahr dann in eine dritte Straffung im Gesamtjahr zu münden. Das ist eine leichte Beschleunigung des Tempos im Vergleich zur letzten Umfrage vor drei Monaten, als die durchschnittliche Schätzung für Juni bei 2,75 Prozent lag. Das Zielband für den Leitzins liegt derzeit bei 1,75 Prozent bis 2,0 Prozent.

"Die meisten Mitglieder im Ausschuss haben eine ziemlich klare Strategie dargelegt, die wir brauchen, um neutral zu werden, und wahrscheinlich je früher desto besser", sagt Stephen Stanley, Chefökonom bei Amherst Pierpont Securities LLC. Neutral bezieht sich auf das Niveau, bei dem der Leitzins der Fed weder auf das Gaspedal der Wirtschaft tritt, noch die Bremse anzieht. Ökonomen schätzen neutral auf rund 3,0 Prozent.

3,25 Prozent als Höhepunkt

Die Verschiebung in den projizierten Zinspfaden ging bei den Befragten nur bis zu diesem Punkt. Kein einziger Ökonom prognostizierte für Juni nächsten Jahres eine Fed Funds Rate von mehr als 3,0 Prozent. Und von da an prognostizierten sie nur noch eine weitere Straffung, bevor diese im vierten Quartal 2019 bei 3,25 Prozent ihren Höhepunkt erreicht.

Die Antworten signalisieren Vertrauen, dass in naher Zukunft die zunehmende Inflation, der engere US-Arbeitsmarkt und die Stimulierung durch Steuersenkungen und höhere Staatsausgaben die Sorgen der Fed-Entscheidungsträger über einen eskalierenden Handelskrieg mit China und Stress in den Schwellenmärkten überwiegen werden.

Ökonomen erwarten jedoch weiterhin, dass die Fed für die Wirtschaft im Jahr 2020 eine Verlangsamung prognostizieren wird. Sie gehen davon aus, dass die Medianschätzung der Fed für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2018 bei 2,9 Prozent und für 2019 bei 2,5 Prozent liegen wird.

Risikofaktor Handelskrig

Auf die Frage, was die nächste Rezession am wahrscheinlichsten auslösen wird, gaben nur sechs Befragte oder 15 Prozent an, dass ein Handelskrieg das grösste Risiko darstelle.

"Die Ökonomen haben viel Hoffnung, dass der Handelsstreit gelöst wird", sagt James Orlando, leitender Ökonom bei der TD Bank in Toronto. "Aber wenn man sich die Auswirkungen auf die US-Wirtschaft anschaut, sogar im schlimmsten Fall für China - 25 Prozent Zölle auf 200 Milliarden Dollar an Gütern -, sehen sie ein Minus von 0,5 Prozent beim realen BIP."

Mehr Ökonomen sind der Ansicht, dass die nächste Rezession ausgelöst wird, falls die Fed die Zinsen zu schnell erhöht (12 Befragte), durch einen externen Schock, der nicht den Handel betrifft (11) oder durch das Platzen einer Finanzblase (10).

"In der Vergangenheit wurden Zyklen beendet, wenn die Fed sie abgewürgt hat", sagt Ryan Sweet, Leiter der geldpolitischen Analyse bei Moody’s Analytics Inc. "Diese Fed wird nicht allzu rücksichtslos sein, also besteht die Möglichkeit, dass dieser Zyklus anders sein könnte, aber die Geschichte spricht gegen die Fed ."

(Bloomberg)