Geldpolitik - Japans Notenbank will trotz Kaufrausch an Börse auf dem Gas bleiben

Trotz des Höhenflugs der Börse sieht die Notenbank Japans (BoJ) keinen Grund zur Eindämmung ihrer Geldflut.
08.11.2017 12:31
Die japanische Notenbank hält an der lockeren Geldpolitik fest.
Die japanische Notenbank hält an der lockeren Geldpolitik fest.
Bild: Bloomberg

"Die Aktienkurse überhitzen nicht", sagte das Zentralbank-Führungsmitglied Yukitoshi Funo am Mittwoch. Er sehe keinen Grund, die von der BoJ betriebene Geldschwemme zu drosseln. Zunächst müsse das Inflationsziel der Notenbank von zwei Prozent erreicht sein. Auch der Internationale Währungsfonds stützt diese Position: Bei einem Besuch in Tokio lobte IWF-Direktorin Christine Lagarde Notenbankchef Haruhiko Kuroda für dessen "Entschlossenheit", die Geldschleusen weiter offenzuhalten.

Kritiker halten die ultra-lockere Linie der BoJ hingegen angesichts der rund laufenden Konjunktur für nicht mehr angemessen. Die Geldschwemme hat mit dafür gesorgt, dass die Investoren im Kaufrausch sind. Der Tokioter Leitindex Nikkei schloss am Dienstag auf dem höchsten Stand seit 1992.

Die BoJ versucht seit Jahren mit Wertpapierkäufen in großem Stil, der Konjunktur Auftrieb zu verleihen. Eine Spirale aus fallenden Preisen, sinkenden Löhnen und stockenden Investitionen hatte die Wirtschaft des Fernostlandes lange Zeit am Boden gehalten. Verbraucher schoben Käufe in der Hoffnung auf immer niedrigere Preise auf. Auch wenn die Preise zuletzt wieder leicht anzogen, ist die Teuerungsrate noch deutlich von der Zielmarke entfernt.

(Reuters)