Geldpolitik - Langfristige Inflationserwartungen für Euro-Raum sacken weiter ab

An der Börse sind die langfristigen Inflationserwartungen für die Euro-Zone deutlich gesunken.
26.03.2019 11:43
Symbol des Euro vor dem ehemaligen Sitz der EZB in Frankfurt.
Symbol des Euro vor dem ehemaligen Sitz der EZB in Frankfurt.
Bild: cash

Das für die EZB-Geldpolitik wichtige Barometer, der sogenannte Five-Year-Five-Year-Forward, fiel am Dienstag von knapp 1,41 auf 1,38 Prozent. Damit lag es erstmals seit Oktober 2016 unter 1,40 Prozent. Übersetzt bedeutet dies, Investoren gehen davon aus, dass die Inflation ab 2024 über einen Zeitraum von fünf Jahren lediglich bei 1,38 Prozent liegen wird. Die Teuerung bliebe somit auch auf lange Sicht deutlich unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent liegen.

Im Februar waren die Verbraucherpreise im Währungsraum lediglich um 1,5 Prozent gestiegen. Für das laufende Jahr hatten die EZB-Volkswirte unlängst ihre Inflationsprognose sogar auf 1,2 (bisher: 1,6) Prozent gesenkt. Die Euro-Notenbank verfehlt ihr Inflationsziel seit langem. Finnlands Notenbank-Chef Olli Rehn regte deshalb kürzlich an, die Strategie der EZB auf den Prüfstand zu stellen. Es gehe darum, dass die Geldpolitik "glaubwürdig und effizient" bleibe. Daher solle die Strategie unter Berücksichtigung neuer Forschungsergebnisse untersucht werden. Manche Ökonomen gehen beispielsweise davon aus, dass die alternde Bevölkerung und die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft tendenziell die Preisentwicklung dämpft.

(Reuters)