Geldpolitik - US-Inflationsrate steigt auf den höchsten Stand seit Februar 2012

In den USA hat sich die Inflation im Juni weiter verstärkt und den höchsten Wert seit mehr als sechs Jahren erreicht.
12.07.2018 15:32
Am Broadway nahe Times Square in Manhattan, New York.
Am Broadway nahe Times Square in Manhattan, New York.
Bild: cash

Die Jahresinflationsrate sei von 2,8 Prozent im Vormonat auf 2,9 Prozent gestiegen, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Ökonomen hatten mit diesem Anstieg gerechnet. Zuletzt war die Teuerung im Februar 2012 so hoch gewesen.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Konsumentenpreise im Juni um 0,1 Prozent. Hier war ein stärkerer Anstieg um 0,2 Prozent erwartet worden. Vor allem gesunkene Energie- und stark gefallene Übernachtungspreise für Hotels hätten den Preisanstieg gebremst.

Ohne schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Lebensmittel stiegen die Konsumentenpreise um 2,3 Prozent im Jahresvergleich. Auch dies war von Analysten erwartet worden. Es ist die höchste Kernrate seit Januar 2017. Im Mai hatte diese bei 2,2 Prozent gelegen.

Über der Fed-Zielmarke

Die Inflation liegt damit merklich über der Zielmarke der US-Notenbank Fed. Sie strebt eine Rate von zwei Prozent an. Sie hat zuletzt eine Fortsetzung der graduellen Leitzinserhöhungen signalisiert. Die Volkswirte von Capital Economics erwarten zwei weitere Zinserhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte in diesem Jahr. Sie begründen ihre Einschätzung mit der gestiegenen Kernrate.

Für die weitere Entwicklung sehen Experten jedoch auch Unsicherheitsfaktoren. "Spannend bleibt, wie die Notenbank auf die weiteren Strafzölle reagieren wird", kommentierte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. "Die bereits umgesetzten Massnahmen werden sich in den kommenden Monaten in höheren Konsumentenpreisen niederschlagen." Er verweist auf die bereits merklich gestiegenen Preise für Waschmaschinen. Die jüngst angedrohten Strafzölle würden einerseits die Inflation weiter anfeuern und gleichzeitig die Wirtschaft belasten.

Der US-Dollar geriet nach den Daten zum Euro etwas unter Druck. Der schwächer als erwartet ausgefallene Anstieg der Preise im Monatsvergleich belastete hier. Der Anleihemarkt reagierte kaum auf die Zahlen.

(AWP)