Geldpolitik - US-Notenbank hält Zinsen stabil

Die US-Notenbank Fed hält an ihrem geldpolitischen Kurs fest. Sie hat ihren Leitzins wie erwartet nicht angetastet, stellt jedoch weitere graduelle Zinserhöhungen in Aussicht.
08.11.2018 20:45
Geld wird in den USA vorerst nicht teurer.
Geld wird in den USA vorerst nicht teurer.
Bild: 401(K) 2012

Die "Fed Funds Rate" verharre in der Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent, teilte die Fed nach ihrer zweitägigen Sitzung am Donnerstag in Washington mit. Ökonomen hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Zuletzt hatte die Fed Ende September den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die Sitzung ist wegen den Zwischenwahlen zum US-Kongress auf Donnerstag verschoben worden.

Die US-Notenbank stellte eine Leitzinserhöhung im Dezember in Aussicht. Man erwarte, dass "weitere graduelle Erhöhungen" der Leitzinsen angemessen seien, heisst es im Kommentar zur Zinsentscheidung. Die Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick seien ausgewogen. Die Wirtschaft wachse mit einem hohen Tempo, schreibt die Fed. Der Arbeitsmarkt sei stark und die Arbeitslosenquote sei gesunken. Der Kommentar zur Zinsentscheidung wurde im Vergleich zur letzten Sitzung am 16. September nur wenig verändert.

«Im Rahmen der Erwartungen»

"Ein Fed-Statement im Rahmen der Erwartungen", kommentiert Thomas Altmann, Portfoliomanger bei QC-Partners. Die Fed bleibe auf Kurs, um die Zinsen weiter schrittweise zu erhöhen. "Wenn nichts Unvorhergesehenes mehr passiert, wird die Fed im Dezember das nächste Mal an der Zinsschraube drehen." Für die Anleger gebe es "absolut null Überraschungen".

Spannender dürfte werden, wie es im kommenden Jahr weitergeht. Aufgrund der jüngsten Fed-Aussagen wird erwartet, dass sie den Leitzins zumindest bis auf ein neutrales Niveau anhebt, bei dem die Konjunktur also weder gestützt noch gedämpft wird. Die Notenbank sieht den neutralen Zins bei rund 3 Prozent. Was danach passiert, gilt als offen. Einige Notenbanker, darunter Fed-Chef Jerome Powell, befürworten Zinserhöhungen, die zumindest etwas über das neutrale Niveau hinausgehen könnten.

Die zuletzt heftige Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Fed hat Notenbankchef Powell bisher offenbar wenig beeindruckt. Trump hatte die Geldpolitiker als "verrückt" und als eine Gefahr für die US-Wirtschaft bezeichnet. Es bleibt offen, ob Trump seine Rhetorik nach den Kongresswahlen abmildern wird.

(AWP)