Gelingt die Kapitalerhöhung? - Aryzta-Aktien geben leicht nach - Unsicherheit um Finanzierung bleibt

Die Aktien des finanziell angeschlagenen Backwarenkonzerns Aryzta sind am Freitag nervös in den Handel gestartet.
14.09.2018 11:13
Frische Gipfeli von Aryzta.
Frische Gipfeli von Aryzta.
Bild: ZVG

Nachdem der Kurs zu Beginn in die Höhe geklettert war, drehten die volatilen Papiere in der Folge in die Verlustzone ab. Im Bestreben frisches Kapital aufzunehmen, hat Aryzta eine weitere Hürde übersprungen. Ob die Kapitalaufnahme wie gewünscht gelingt, zweifeln die Anleger offenbar an.

Am Freitag rückten Aryzta zu Handelsstart um beinahe 3 Prozent vor, ehe kurz darauf das Pendel in die Gegenrichtung ausschlug. Bis um 10 Uhr verlieren die Titel 0,5 Prozent auf 10,55 Franken, während der Gesamtmarkt (SPI) auf der Stelle tritt. Insgesamt konnten sich Aryzta jedoch im Verlauf der Woche von dem Mitte August gesetzten Allzeittief von 8,10 Franken deutlich absetzen. Verglichen mit dem Schlusskurs von letzter Woche stehen die Papiere mit über 15 Prozent im Plus. Auf Jahressicht verbleibt allerdings mit der Sorge vor Finanzierungsengpässen verbunden nach wie vor ein Minus von über 70 Prozent.

Gelingt die Kapitalerhöhung?

Die entscheidende Frage bei Aryzta lautet Händlern zufolge: Gelingt die geplante Kapitalerhöhung im Umfang von 800 Millionen Franken oder nicht? Zuletzt gab es Hinweise, dass dies tatsächlich gelingen könnte. Am Montag hatte der Konzern mitgeteilt, dass einige Banken eine Zeichnungsvereinbarung dazu abgeschlossen hätten. Diese Meldung hatte den Kurs am Montag stark in die Höhe getrieben und auch in den Tagen danach für zumeist gute Stimmung am Markt gesorgt.

Einen weiteren Erfolg vermeldete Aryzta am heutigen Freitag: Bestehende Geldgeber hätten einstimmig einer Änderung der Kreditbedingungen zugestimmt, hiess es in einer kurz abgefassten Mitteilung. Die Dokumente zur Änderung der Fazilitäten seien jetzt unterzeichnet worden. Auch dies schien den Aktienkurs zunächst zu beflügeln, ehe die Zweifel der Anleger wieder in den Vordergrund rückten.

Die Zweifel wurden bereits am Donnerstag durch eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg genährt. Es war die Rede davon, dass sich gegen die geplante Kapitalerhöhung offenbar Widerstand regt. Laut dem Bericht fordert der Investor Gregor Joos, bzw. seine Investmentgesellschaft Larius Capital, einen Verzicht auf den Schritt. Das Unternehmen solle stattdessen das Nordamerika-Geschäft sowie die 49 Prozent-Beteiligung am französischen Tiefkühlproduktehersteller Picard verkaufen, hiess es.

Auch Analysten äusserten sich jüngst skeptisch zur geplanten Kapitalerhöhung. Mit der Bekanntgabe zur Vereinbarung mit den Banken kaufe sich Aryzta Zeit, hiess es etwa bei der ZKB. Entwarnung könne noch nicht gegeben werden, da die Banken unter gewissen Bedingungen wieder zurücktreten könnten. Der nächste Meilenstein seien die Jahreszahlen, die am 1. Oktober veröffentlicht werden. Da müsse befürchtet werden, dass auch diese wieder schlecht ausfallen, schrieb die ZKB.

(AWP)