Gemischte Reaktionen auf die Bâloise-Zahlen

Bâloise verdient im ersten Halbjahr mehr als erwartet. Dennoch fallen die Analystenreaktionen unterschiedlich aus. Die Aktie hinkt dem freundlichen Gesamtmarkt weit hinterher.
27.08.2015 10:57
Von Lorenz Burkhalter
Das Halbjahresergebnis von Bâloise kommt nicht bei allen Analysten gleichermassen gut an.

Der von Bâloise für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2015 vorgelegte Zahlenkranz ähnelt dem anderer Schweizer Versicherungsunternehmen wie etwa Swiss Life oder Helvetia: Während der Gewinn über den Konsensschätzungen liegt, bleibt die Eigenkapitalentwicklung klar dahinter zurück. Rückblickend wurden die Folgen der historisch tiefen Zinsen und des starken Frankens unterschätzt.

Doch auch sonst steckt der Teufel im Detail, weshalb die Analystenreaktionen ziemlich unterschiedlich ausfallen.

Nachdem die Aktie von Bâloise im vorbörslichen Handel noch um 4 Prozent auf 121,15 Franken geklettert war, gewinnt sie an der Schweizer Börse SIX zur Stunde nur noch 1,6 Prozent auf 118,30 Franken.

Nichtleben-Geschäft übertrifft Erwartungen

Wie der für die Zürcher Kantonalbank tätige Analyst schreibt, zeigt der Halbjahresabschluss insgesamt eine solide Entwicklung. Es gebe aber teilweise auch Kennzahlen, die unter den Erwartungen liegen. Dies betreffe vor allem das Leben-Geschäft. Weiterhin gut sei das Unternehmen im Nicht-Leben-Bereich unterwegs, was sich auch auf den Reingewinn positiv ausgewirkt habe.

Aufgrund geringerer realisierter Kapitalgewinne sei das Finanzergebnis erwartungsgemäss tiefer ausgefallen, so der Analyst. Die hohen Erwartungen an den Abschluss würden deshalb nicht ganz erfüllt. Das betreffe auch die Eigenmittel- und Volumenentwicklung. Insgesamt wird das Halbjahresergebnis bei der Zürcher Kantonalbank als leicht negativ für die mit "Marktgewichten" eingestufte Aktie beurteilt.

Starker Franken hinterlässt Spuren

Ähnlich äussert sich sein für die UBS Investmentbank tätiger Berufskollege. Er findet zwar sichtlich Gefallen am starken Ergebnisbeitrag aus dem Heimmarkt Schweiz. In Deutschland seien die operativen Fortschritte jedoch von hohen Schadensforderungen überschattet worden. Er stuft die Aktie weiterhin nur mit "Neutral" und einem 12-Monats-Kursziel von 120 Franken ein.

Bei der Bank Vontobel stösst man sich hingegen an der verhaltenen Entwicklung der Eigenmittel und des ausgewiesenen Buchwerts. Dieser sei auf 111 Franken je Aktie gefallen, so lauten die bankeigenen Berechnungen. Gründe für eine positivere Einschätzung der mit "Hold" und einem 135 Franken lautenden Kursziel eingestuften Aktie sieht man bei der Zürcher Traditionsbank keine.

Der für Baader Helvea tätige Analyst bezeichnet das Halbjahresergebnis als solide. Geholfen habe vor allem das Nicht-Leben-Geschäft. Auf Basis des vorliegenden Zahlenkranzes hält er die Konsensschätzungen für die kommenden zwei Jahre für zu ambitioniert und rechnet im Jahresverlauf mit Abwärtsrevisionen. Sein Anlageurteil lautet weiterhin "Hold" und das Kursziel 118 Franken.