Genfer Kantonalbank - BCGE steigert Ergebnis auf Rekordniveau

Die Genfer Kantonalbank (BCGE) hat im ersten Halbjahr die Gewinnzahlen deutlich gesteigert und rechnet neu für das Gesamtjahr mit einer Verbesserung der Profitabilität.
08.08.2017 09:21
Blick auf Genf, das Finanzzentrum der welschen Schweiz.
Blick auf Genf, das Finanzzentrum der welschen Schweiz.
Bild: Pixabay

Das Betriebsergebnis der BCGE wuchs im Halbjahr um 23% auf 65,6 Mio CHF und damit auf Rekordniveau, während sich der Reingewinn um 10% auf 47,0 Mio erhöhte, teilte das Genfer Staatsinstitut am Dienstag mit. Die Eigenkapitalrendite wird mit 6,7% ausgewiesen, was einer Zunahme von 25 Basispunkten entspricht.

Die gute Geschäftsentwicklung sei sämtlichen Ertragsquellen zu verdanken, insbesondere aber dem internationalen Geschäft. Dabei stand dem Geschäftsertrag von insgesamt 183 Mio CHF (+8,2%) ein Geschäftsaufwand von 110 Mio (+0,5%) gegenüber. Die überdurchschnittliche Steigerung des Ertrags führte zu einer auf 59,8% verbesserten Cost-/Income-Ratio.

Wachstum mit Kommissionen

Deutliche Zunahmen erreichte die BCGE in sämtlichen Kommissionskategorien, wobei die Kreditkommissionen dank der Akquisition von Neukunden um 38% auf 15,8 Mio CHF besonders stark zugelegt hat. Derweil zogen die Wertpapierkommissionen mit Blick auf die steigenden Börsenkurse um 6% in die Höhe. Insgesamt nahm der Erfolg so im Kommissionsgeschäft um 12% auf 53,6 Mio CHF zu.

Nach wie vor unter Druck bleibt das Zinsengeschäft, wo der Erfolg brutto leicht um 0,4% zurückgegangen ist und die Bruttozinsmarge in dem anhaltenden Tiefzinsumfeld bei etwas tieferen 0,99% zu liegen kam. Nach mehreren Jahren Zinsbaisse gehe der Trend aber wahrscheinlich langsam in Richtung einer Normalisierung, schreibt die BCGE. Einschliesslich der verbesserten Entwicklung der Risikopositionen nahm der Netto-Erfolg im Zinsengeschäft aber um 7,5% auf 108 Mio CHF zu.

Stabile Bilanz

In der Bilanz blieb die Summe mit 21,4 Mrd CHF zum Wert von Ende 2016 stabil. Ein Wachstum von 2,5% auf 10,6 Mrd erreichte die BCGE dabei bei den Hypothekarforderungen. Sie machen somit rund die Hälfte der Bilanzsumme aus. Die Bank sei ein wichtiger Finanzpartner der Genfer Wirtschaft, denn in den vergangenen drei Jahren habe man neue Kredite von über 1,6 Mrd an Unternehmen und Private vergeben.

Das von der Bank verwaltete Vermögen nahm in den Monaten Januar bis Juni um 6,7% auf 24,6 Mrd CHF zu. Einen Anstieg von 9,8% auf 11,2 Mrd verzeichnete das Segment Institutionelle Kunden und die Vermögen der Privatkunden wuchsen um 4,2% auf 13,4 Mrd. Die Bank profitierte von der guten Entwicklung bei den Vermögensverwaltungsmandaten und zudem sei etwa auch die Produktpalette erweitert worden.

Das Eigenkapital wuchs im Halbjahr um 2,3% auf 1,42 Mrd CHF. Somit habe die Bank seit 2008 zusätzliches Eigenkapital in Höhe von gut einer halben Milliarde generiert. Mit einer um 109 Basispunkten auf 13,71% verbesserten Kernkapitalquote (Tier 1) zähle man zum Kreis der "gut kapitalisierten und soliden" Banken, so die Mitteilung.

Guidance erhöht

Für das gesamte Geschäftsjahr 2017 erwartet die BCGE eine höhere operative Rentabilität als im Vorjahr. Damit hat das Management die Guidance erhöht, denn ursprünglich ging es von einer Rentabilität aus, die den Werten des Vorjahrs nahe kommt.

Trotz des schwierigen Marktumfelds werde man weiter expandieren, heisst es weiter. Ausgebaut würden etwa Aktivitäten, die weniger Eigenmittel beanspruchten wie jene des Private Banking, des Asset Management, im Fondsgeschäft oder von Finanzberatungen. Zurückhaltung legt die BCGE derweil im Kreditgeschäft an den Tag, wo man selektiv wachsen möchte.

(AWP)