Genfer Riechstoffhersteller - Givaudan legt einen Zacken zu - neue Kursrekorde

Die Umsatzentwicklung gewinnt bei Givaudan im dritten Quartal an Fahrt. Gerade im hochmargigen Riechstoffgeschäft übertreffen die Genfer die Analystenerwartungen. Die Aktie erklimmt neue Höchstkurse.
10.10.2017 15:09
Von Lorenz Burkhalter
Givaudan-Chef Gilles Andrier blickt auf ein starkes drittes Quartal zurück.
Givaudan-Chef Gilles Andrier blickt auf ein starkes drittes Quartal zurück.
Bild: ZVG

Auf den ersten Blick übertrifft die Umsatzentwicklung bei Givaudan die Analystenerwartungen nach den ersten neun Monaten zwar nur leicht. Allerdings beschleunigte sich das Wachstum mit 5,7 Prozent (Konsens: 4,2 Prozent) im dritten Quartal um einiges stärker als gedacht. 

Zu glänzen vermag der Aromen- und Riechstoffhersteller insbesondere im Geschäft mit Riechstoffen. Mit einem organischen Umsatzplus von 6,2 Prozent (Konsens: 4,3 Prozent) werden selbst die kühnsten Erwartungen übertroffen. Doch auch im Geschäft mit Aromen konnte der Umsatz organisch um beachtliche 5,2 Prozent (Konsens: 4,2 Prozent) gesteigert werden. Da Riechstoffe als rentabler als Aromen gelten, versprechen sich Analysten dadurch höhere Margen.

An der Schweizer Börse SIX wird die Givaudan-Aktie deshalb von Anschlusskäufen erfasst und bei 2179 Franken auf den höchsten Stand in der Firmengeschichte gehievt. Zur Stunde gewinnt sie noch 4 Prozent auf 2175 Franken.

Givaudan sei im dritten Quartal die erhoffte Wachstumssteigerung gelungen, so schreibt der Analyst der Zürcher Kantonalbank in einem Kommentar. Das gilt seines Erachtens insbesondere für das Riechstoffsegment. Angesichts der stärker als von ihm erwarteten Absatzbeschleunigung und der guten Aussichten für die Profitabilität hält der Analyst die Bewertung der mit "Übergewichten" empfohlenen Aktie nicht für übertrieben.

Marktanteilsgewinne bei Fein-Riechstoffen

Sein für Baader-Helvea tätiger Berufskollege bezeichnet das im dritten Quartal erzielte Wachstum ebenfalls als "sehr stark", erachtet dieses nach der starken Kursentwicklung der Givaudan-Aktie allerdings für teilweise eingepreist.

Der Experte führt die Wachstumsbeschleunigung einerseits auf Marktanteilsgewinne im Geschäft mit Fein-Riechstoffen und andererseits auf eine früher als erwartet einsetzende Nachfragebelebung in der Region Asien-Pazifik zurück. Die starke Absatzverbesserung sollte die Angst vor negativen Folgen steigender Rohmaterialkosten etwas dämpfen, so lässt er durchblicken. Das Anlageurteil für die Aktie lautet weiterhin "Buy", das Kursziel von 2050 Franken wird vermutlich erhöht.

Etwas verhaltener äussert sich der Analyst der UBS Investmentbank. Er verweist in erster Linie auf die günstigere Vergleichsbasis aus dem Vorjahr, räumt allerdings ein, dass auch neue Grossaufträge beigetragen hätten. Der Experte stuft die Aktie vorerst mit "Neutral" und einem 12-Monats-Kursziel von 1870 Franken ein.

Erste Schätzungen und Kursziele werden überprüft

Gut steht der für die Bank Vontobel tätige Analyst da, hatte er die Givaudan-Aktie doch erst vor wenigen Wochen mit einem Kursziel von 2350 Franken von "Hold" auf "Buy" heraufgestuft. Er fühlt sich von den vorliegenden Neunmonatsumsatzzahlen denn auch in seiner positiven Haltung bestärkt und will seine Schätzungen erhöhen.

Der Berufskollege von Julius Bär nimmt das 2000 Franken lautende Kursziel in positive Revision, hält aufgrund der stolzen Bewertung jedoch am Anlageurteil "Hold" fest.