Geringere Kauflust - Flacht der Run auf Smartphones langsam ab?

Eine Umfrage der UBS bei Smartphone-Nutzern deutet ein rückläufiges Kaufinteresse an. Deshalb überarbeitet die Grossbank ihre Prognose für das diesjährige Marktwachstum.
21.06.2017 08:22
Von Lorenz Burkhalter
Im September wird Apple-Chef Tim Cook voraussichtlich die Jubiläums-Ausgabe des Verkaufsschlagers iPhone vorstellen.
Im September wird Apple-Chef Tim Cook voraussichtlich die Jubiläums-Ausgabe des Verkaufsschlagers iPhone vorstellen.
Bild: Bloomberg

Wenn Apple im September zur Keynote lädt, dürfte die Weltöffentlichkeit wieder gespannt in Richtung des kalifornischen Cupertino blicken. Denn mit dem iPhone 8 wird das US-Kultunternehmen in diesem Jahr das Jubiläums-Modell des verkaufsstarken Smartphones vorstellen.

Wie es in Branchenkreisen heisst, hatten nicht wenige Smartphone-Besitzer im Hinblick auf das Jubiläums-Modell gegen den Kauf des Vorgängers iPhone 7 entschieden.

Schenkt man aber einer von der UBS durchgeführten Umfrage Glauben, dann wird das iPhone 8 dem weltweiten Smartphone-Markt nicht den erhofften Wachstumsschub verleihen.

Überraschend hohe Marken-Treue

Wie die für die Schweizer Grossbank tätigen Technologieanalysten schreiben, wollen nur gut 40 Prozent der 7700 Befragten auf sechs Kontinenten in den kommenden 12 Monaten ein neues Gerät kaufen. Vor einem Jahr gab noch fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer an, sich ein neues Smartphone leisten zu wollen. Insbesondere im Schlüsselmarkt China sei eine deutlich geringere Kauflust auszumachen, so die Experten.

Dennoch gibt es für Anbieter wie Apple, Samsung und Huawei auch Grund zur Freude. Wie die Umfrage verrät, würden sich nämlich die meisten ihrer Kunden wieder für ein Smartphone derselben Marke entscheiden. Bei den iPhone-Benutzern gaben nicht weniger als 82 Prozent an, das nächste Gerät werde wieder eines aus dem Hause Apple. Samsung kommt trotz den Problemen mit brennenden Akkus beim Galaxy Note 7 immerhin noch auf stolze 67 Prozent.

Die geringere Kauflust veranlasst die UBS-Technologieanalysten allerdings zur Reduktion ihrer diesjährigen Wachstumsaussichten für den weltweiten Smartphone-Markt. Neu rechnen sie mit einem Wachstum bei den Stückzahlen von 4 (bisher 5) Prozent auf 1,387 Milliarden Geräte. Ihres Erachtens sollte das Wachstum in den Folgejahren dann auf 2 Prozent abflachen.

Aktien der Schweizer Smartphone-Zulieferer zuletzt stark gestiegen

Eine Wachstumsverlangsamung wäre mit zeitlicher Verzögerung der gesamten Wertschöpfungskette entlang zu spüren und würde nicht nur die Anbieter wie Samsung oder Apple, sondern auch die Zulieferer treffen. In der Schweiz gelten der Metallverarbeiter SFS Group sowie der Sensorenhersteller AMS als die beiden bekanntesten Zulieferunternehmen von Apple & Co.

Die Aktien dieser Unternehmen sind in den vergangenen Wochen und Monaten stark gestiegen und dementsprechend anfällig für Enttäuschungen. Bei AMS errechnet sich seit Jahresbeginn ein Kursplus von 120 Prozent und bei SFS Group immerhin eines von gut 37 Prozent.