Gerüchte über höhere US-Zinsen belasten Asiens Börsen

Die asiatischen Aktienbörsen haben angesichts der Aussicht auf eine baldige Zinsanhebung in den USA am Freitag den Rückwärtsgang eingelegt.
19.08.2016 08:28
Finanzzentrum von Singapur, Blick vom Hafen des Stadtstaates.
Finanzzentrum von Singapur, Blick vom Hafen des Stadtstaates.
Bild: cash

Zwei einflussreiche Notenbanker hatten die Erwartung der Märkte gedämpft, dass ein Zinsschritt im September vom Tisch ist. So sagte der Chef des Fed-Ablegers in San Francisco, John Williams, die Notenbank solle lieber früher als später ihre Anhebungen fortsetzen. Williams ist im Offenmarktausschuss in diesem Jahr zwar nicht stimmberechtigt, er gilt aber als Vertrauter von Fed-Chefin Janet Yellen. Auch sein New Yorker Kollege William Dudley äußerte sich über den Zustand der US-Wirtschaft optimistisch.

Investmentexperte Shane Oliver von der australischen Fondsgesellschaft AMP Capital in Sydney kommentierte, Williams und Dudley dämpften die Erwartungen der Marktteilnehmer, die wohl zu stark auf eine weiter lockere Geldpolitik gesetzt hätten. Die Bemerkungen drückten auf die Stimmung an den Börsen: Der MSCI-Index für die Region Asien/Pazifik unter Ausschluss Japans sank um 0,5 Prozent.

Die Aussicht auf höhere Zinsen ließ den Dollar steigen. Im Vergleich zum Yen legte er um 0,3 Prozent zu. Das wiederum verhalf der Aktienbörse in Tokio zu einem Plus von 0,4 Prozent, weil eine schwache japanische Währung international aufgestellten Konzernen hilft. Ihre im Ausland erzielten Gewinne schlagen sich so stärker in den Bilanzen nieder. Aktien von Toyota legten etwa um 2,1 Prozent zu, während beim Kamerahersteller Canon das Plus bei 0,9 Prozent lag.

Die Erholung auf den Ölmärkten setzte sich fort: Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete 51,07 Dollar und damit 0,35 Prozent mehr. Seit Anfang August legte der Preis damit um 20 Prozent zu. Hintergrund der Rally sind Erwartungen, dass sich wichtige Ölexportländer zusammenraufen und die Fördermenge begrenzen könnten.

(Reuters)