Geschäft mit Firmenübernahmen verlangsamt sich in der Schweiz

Der Schweizer Markt mit Firmenübernahmen und -fusionen entwickelt sich verhalten.
02.10.2016 11:29
Die Übernahme der Thurgauer Türherstellerin Looser durch AFG Arbonia-Forster gehörte im dritten Quartal zu den zehn grössten Deals mit Schweizer Beteiligung.
Die Übernahme der Thurgauer Türherstellerin Looser durch AFG Arbonia-Forster gehörte im dritten Quartal zu den zehn grössten Deals mit Schweizer Beteiligung.
Bild: ZVG

Im dritten Quartal 2016 liegen sowohl die Anzahl Deals als auch das Transaktionsvolumen unter den Vorjahreswerten. Verglichen mit dem Vorjahresquartal ist das Gesamtvolumen in den Monaten Juli bis September um 32,2 Milliarden Dollar zurückgegangen, wie das Beratungsunternehmen KPMG am Samstag mitteilte. Im Vergleich mit dem Vorquartal schrumpfte sowohl die Anzahl an Transaktionen (von 107 auf 80) als auch das gehandelte Volumen (von 22,2 Milliarden Dollar auf 9,3 Milliarden Dollar).

Gänzlich blieben im dritten Quartal Grossdeals mit einem Transaktionsvolumen im zweistelligen Milliardenbereich aus. Allerdings seien solche Transaktionen im vergleichsweise kleinen Schweizer Markt auch nicht im Quartalsrhythmus zu erwarten, heisst es im Communiqué von KPMG.

Das Beratungsunternehmen führt die Zurückhaltung insbesondere auf wirtschaftspolitischen Unsicherheiten zurück. Der Brexit sei politisch zwar beschlossene Sache, noch könne man aber nicht genau abschätzten, welche ökonomischen und rechtlichen Auswirkungen dieser Entscheid im Detail haben werde, heisst es.

Zwischen Juli und September hatten gleich mehrere mittelgrosse Schweizer Unternehmen auf Fusionen oder Zukäufe gesetzt. Dazu zählt der Zusammenschluss des Bauzulieferers AFG Arbonia-Forster mit der Thurgauer Türherstellerin Looser. Diese Transaktion über 538,8 Millionen Dollar gehörte im dritten Quartal zu den zehn grössten Deals mit Schweizer Beteiligung.

Ebenfalls in dieser Liste findet sich die Veräusserung des Kabelgeschäfts von ABB an NKT Cables über 932 Milllionen Dollar. Für Schlagzeilen sorgte ferner die angekündigte Übernahme des Modeunternehmens Charles Vögele durch die italienische Investorengruppe Sempione Retail, zu welcher der Modekonzern OVS gehört. Diese Transaktion schafft es allerdings mit einem Handelsvolumen von 211 Millionen Dollar knapp nicht in die Top 10.

(AWP)