Gesuchte CS-Aktien geben der Schweizer Börse Schub

Die Schweizer Börse setzt am Mittwoch unter Führung der Bankaktien den Aufwärtstrend fort. Positive Vorgaben aus den USA und aus Fernost sorgten für eine gute Stimmung, sagen Händler.
07.12.2016 11:00
Mit den am Investorentag bekanntgegebenen Spar- und Mitttelfristzielen ein Kauf: die Credit-Suisse-Aktie.
Mit den am Investorentag bekanntgegebenen Spar- und Mitttelfristzielen ein Kauf: die Credit-Suisse-Aktie.
Bild: Bloomberg

"Möglicherweise steuern wir doch noch auf eine Jahresendrally zu", sagt ein Händler. Der SMI legt bis 11 Uhr um 0,6 Prozent auf 7962 Punkte zu. Am Dienstag hatte der Leitindex 0,9 Prozent gewonnen. Vor der am Donnerstag anstehenden Ratsitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) verhielten sich die Anleger aber vorsichtig. Die Marktteilnehmer gehen mehrheitlich davon aus, dass EZB-Chef Mario Draghi eine Verlängerung des milliardenschweren Anleihenkaufprogramms (QE) verkünden wird.

Im Fokus der Anleger sind die Aktien der Credit Suisse, die um 7,1 Prozent hochschiessen. Die zweitgrösste Schweizer Bank hat an ihrem Investorentag in London eine Verschärfung ihres Sparkurses in Aussicht gestellt. Bis 2018 sollen die Kosten auf unter 17 Milliarden von bisher genannten weniger als 18 Milliarden Franken sinken. Der Stellenabbau dürfte weitergehen. Angesichts der mauen Märkte verabschiedet sich die Bank nach nur gut einem Jahr zudem bereits wieder von Gewinnzielen. Bis 2018 will sie in den drei Vermögensverwaltungs-Divisionen einen Vorsteuergewinn von 5,7 Milliarden Franken statt wie bisher von 6,5 Milliarden Franken erreichen.

Bei einer Bank wie der CS gebe es immer irgendwo Kostensparpotential, erklärt die ZKB. Das neue Ziel komme daher nicht überraschend. Der Markt reagiere erleichtert, dass die CS nicht länger Luftschlössern hinterherjage. Mangels Ertragsdynamik bleibe die CS mittelfristig eine reine Cost-Cutting-Story, kommentiert die ZKB.

Die Anteile der Rivalin UBS legen 1,4 Prozent zu und die des Vermögensverwalters Julius Bär gewinnen 1,6 Prozent an Wert.

Auch Zykliker mehrheitlich fester

Die Aktien der Versicherer stimmen ebenfalls in den Aufwärtstrend ein. Swiss Re gewinnen 1,1 Prozent. RBC stufte den Titel auf "Outperform" von "Sector Perform" hoch.

Die Papiere zyklischer Firmen tendierten mehrheitlich fester. Der Anteil des Elektrotechnikkonzerns ABB, der Zementriese Lafarge-Holcim und der Personalvermittler Adecco werden rund 1 Prozent höher gehandelt.

Die Aktien von Actelion sinken um 1,8 Prozent. Die Analysten der ZKB glauben nicht, dass die Biotechnologiefirma übernommen wird, da das Management einer Transaktion bisher immer abgeneigt gewesen sei und sich im Pharmabereich feindliche Übernahmen meist nicht rechneten..

Wenig verändert zeigen sich die Anteile der beiden Pharmariesen. Novartis legen um 0,3 Prozent zu und Roche um 0,2 Prozent.

Die Aktien von Nestlé sind bei 68,45 Franken gut gehalten. J.P. Morgan senkte das Kursziel auf 78 von 88 Franken. Die Kaufempfehlung wurde bestätigt.

Meyer Burger um Bezugsrechte bereinigt

Am breiten Markt fallen einmal mehr die Aktien von Meyer Burger mit grossen Kursschwankungen auf. Der Titel des Solarzulieferers wird erstmal nach Abgang des Anrechts aus der laufenden Kapitalerhöhung gehandelt. Der Solarzulieferer erhält Unterstützung von der Zuger Brustorm. Sie will im Rahmen der ordentlichen Kapitalerhöhung und unter bestimmten Bedingungen bis zu 16 Millionen Aktien für 5,76 Millionen Franken fest übernehmen. Damit habe die Firma Zusicherungen mit drei Investoren für rund 38,2 Millionen Franken abgeschlossen. Insgesamt will sich die Firma durch die Ausgabe neuer Aktien rund 160 Millionen Franken holen. Der Wert der Meyer-Burger-Aktie steht bei 1,02 Franken, 58 Prozent tiefer als am Vortag.

(Reuters/cash)