Gewinn von Vermögensverwalter GAM bricht ein

Der Vermögensverwalter GAM Holding hat im ersten Halbjahr wegen der Zurückhaltung vieler Kunden angesichts der unsicheren Zukunftsaussichten einen Gewinneinbruch erlitten.
03.08.2016 08:00
GAM-CEO Alexander Friedman in einem früheren cash-Interview.
GAM-CEO Alexander Friedman in einem früheren cash-Interview.
Bild: cash

GAM hatte den Gewinneinbruch bereits Mitte Juni angekündigt. Gemäss den heute publizierten definitiven Zahlen ging der operative Reingewinn vor Steuern hauptsächlich aufgrund verminderter performanceabhängiger Erträge um 46 Prozent auf 55,0 Mio CHF zurück. Der zugrundeliegende Reingewinn lag bei 42,2 Mio nach 81,2 Mio in der Vorjahresperiode, teilt GAM am Mittwoch mit.

In den ersten sechs Monaten des Jahres flossen bei der Gruppe insgesamt Nettoneugelder von 4,7 Mrd ab. Im Vorjahr resultierte hier noch ein Zufluss von 6,3 Mrd. Im Bereich Investment Management resultierte ein Abfluss von 5,6 Mrd, im Private-Labelling-Geschäft flossen dagegen 0,7 Mrd zu. Insgesamt betrugen die verwalteten Vermögen (AuM) per Ende Juni 113,5. Mrd nach 114,7 Mrd zum Ende des ersten Quartals 2016.

Der Betriebsertrag verminderte sich in der Berichtsperiode um 22 Prozent auf 235,5 Mio CHF. Der Geschäftsaufwand nahm ebenfalls ab und zwar um 11 Prozent auf 180,5 Mio CHF.

Mit den heute publizierten Zahlen zum ersten Semester hat GAM die Erwartungen der Analysten getroffen; allerdings war nach der Gewinnwarnung von Mitte Juni auch die Schätzsicherheit ziemlich hoch.

Für das Gesamtjahr erwartet GAM ein anhaltend schwieriges Marktumfeld. Die Unsicherheit dürfte die Risikobereitschaft der Kunden, die Mittelflüsse und verwalteten Vermögen auch künftig belasten, so die Meldung. Die Mittelfristziele über einen Geschäftszyklus von fünf bis acht Jahren würden aber weiterverfolgt. Demnach soll das verwässerte operative Ergebnis pro Aktie auf annualisierter Basis um über 10 Prozent gesteigert werden und eine Umsatzrendite von 35-40 Prozent erreicht werden.

(AWP/Reuters)