Gewinnmitnahmen belasten Schweizer Börse

Gewinnmitnahmen haben am Dienstag die Schweizer Börse belastet. Stark unter Druck standen dabei laut Händlern die Finanzwerte.
05.07.2016 17:30
Von Roll in Emmenbrücke: Die Aktien des Unternehmens schiessen am Dienstag hoch.
Von Roll in Emmenbrücke: Die Aktien des Unternehmens schiessen am Dienstag hoch.
Bild: Bloomberg

Die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen des Brexit und die Krise im italienischen Bankensektor, der auf einem 360 Milliarden Euro hohen Berg fauler Kredite sitzt, drängte viele Marktteilnehmer zu Verkäufen auf breiter Front. Der SMI sackte um 1,4 Prozent auf 7942 Punkte ab.

"Die Gegenbewegung nach dem Brexit-Kursrückschlag erfolgte einfach viel zu schnell. Als ob gar nichts geschehen wäre. Dabei dürfte uns das noch einige Zeit auf Trab halten", sagte ein Händler. Der SMI war in der Woche nach dem Brexit um mehr als vier Prozent gestiegen.

Wer auf positive Impulse von der am Montag wegen eines Feiertags geschlossenen Wall Street hoffte, wurde enttäuscht. Die Kurse schwächten sich ebenfalls ab. Die US-Industrie hat im Mai eine Auftragsflaute durchlitten. Die Bestellungen verringerten sich stärker als erwartet um 1,0 Prozent zum Vormonat.

Adecco unter Druck

Fast alle Standardwerte tendierten schwächer. Die stärksten Abschläge verbuchten mit einem Minus von 4,0 Prozent auf 46,67 Franken die Aktien von Adecco. Morgan Stanley hat die Anlageempfehlung für den Personalvermittler auf "Underweight" von "Equal-Weight" zurückgenommen. JPMorgan senkte das Kursziel auf 63 von 70 Franken. Adecco erzielt rund zehn Prozent des Umsatzes im Vereinigten Königreich.

Mit den Anteilen des Zementkonzerns LafargeHolcim und des Elektrotechnikkonzerns ABB sowie der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch waren weitere zyklische Firmen stärker unter Druck.

Auch Finanzwerte verbuchten kräftige Abschläge: Die Banken Credit Suisse und Julius Bär sowie die Versicherer Swiss Life, Zurich und Swiss Re fielen um 2,5 bis 3,5 Prozent.

Die UBS-Aktien sanken um 3,9 Prozent. Die französischen Steuerbehörden verlangen von der Grossbank Informationen über Konten von französischen Kunden. UBS bezweifelt aber, dass die Rechtsgrundlage für die Aushändigung der Daten ausreicht, und will die Zulässigkeit des Verfahrens vom dem Bundesverwaltungsgericht prüfen lassen.

Von Roll schiesst hoch

Werte, die als krisensicher gelten, hielten sich besser als der Markt: Die Aktien des Biotechnologiekonzerns Actelion und des Aromen- und Duftherstellers Givaudan waren gehalten. Der Telekomkonzern Swisscom wurde um 0,9 Prozent tiefer gehandelt. Die Index-Schwergewichte Nestle, Novartis und Roche verloren mit 0,7 bis 1,2 Prozent weniger stark als der Gesamtmarkt.

Am breiten Markt schossen die Von-Roll-Aktien um 17,3 Prozent hoch. Die Industriefirma hat ein Sparprogramm aufgelegt und streicht bis zu 160 Stellen.

Die Anteile von EFG International verloren 5,9 Prozent. Der Vermögensverwalter will auf einer ausserordentlichen Generalversammlung am 26. Juli zusätzliches genehmigtes Kapital von 15 Millionen Aktien schaffen. Zudem hat die Privatbank die Geschäftsleitung neu besetzt.

(Reuters)