Gewinnmitnahmen belasten SMI

Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank haben die Anleger am Dienstag an der Schweizer Börse einen Teil ihrer jüngst erzielten Gewinne ins Trockene gebracht.
15.03.2016 17:30
An der Schweizer Börse haben die Anleger am Dienstag ihre Gewinne realisiert.
An der Schweizer Börse haben die Anleger am Dienstag ihre Gewinne realisiert.
Bild: cash

Der SMI verlor 0,8 Prozent auf 7954 Punkte. Am Montag hatte der Leitindex 0,3 Prozent angezogen.

Die Verkaufsbereitschaft der Marktteilnehmer wurde durch skeptische Äusserungen der japanischen Notenbank zur Wirtschaftsentwicklung in dem Land, sinkende Rohstoffpreise und die schwächer startende Wall Street verstärkt, hiess es. Einmal scheiterte der SMI zudem an wichtigen 800er-Marke. "Zu oft sollte sich der SMI nicht mehr den Kopf an diesem Widerstand stossen, sonst könnte dies eine Kurslawine auslösen", sagte ein Händler. Enttäuschte Marktteilnehmer könnten dann aussteigen.

Wichtige Ereignisse

Dass sich die Anleger bedeckt halten, sei allerdings nachvollziehbar. "Die Woche ist gespickt mit wichtigen Ereignissen: Das Fed-Treffen heute und morgen, der Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank am Donnerstag und der grosse Eurex-Verfall am Freitag", sagte ein Börsianer. Zudem würden täglich wichtige US-Konjunkturzahlen veröffentlicht. Analysten gehen davon aus, dass die Fed den Leitzins nicht ändern und eine sehr behutsame Straffung der Geldpolitik signalisieren wird.

Die Bluechips verloren überwiegend an Wert. Die grösste Einbusse verbuchten die Anteile von LafargeHolcim mit über 3 Prozent Minus. Der Zementproduzent veröffentlicht am Donnerstag seine Jahresbilanz. "Die Aktie hat sich so schwach entwickelt, dass die Anleger vor den Zahlen keine Risiken eingehen wollen", sagte ein Händler. Die Titel seien am Montag kräftig gestiegen.

Geberit-Aktienkurs gibt nach

Geberit büssten 2,3 Prozent an Wert ein. Gewinnmitnahmen nach einer guten Kursentwicklung belasteten Händlern zufolge die Titel der Sanitärtechnik-Firma. Geberit verzeichnete 2015 einen Gewinnrückgang um 15 Prozent und schnitt damit leicht besser ab, als im Markt erwartet wurde. Die Anleger vermissten jedoch eine positive Überraschung, hiess es.

Abgaben verzeichneten auch die Anteile der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch, sie verloren 3 und 2,5 Prozent. Händler verwiesen auf die zurückhaltenden Äusserungen der Bank of Japan. "Asien bleibt ein Sorgenkind", sagte ein Händler.

Die Aktien der Banken Credit Suisse und UBS verloren 3,2 und 0,7 Prozent. Auch Versicherungswerte gaben Boden preis.

Uneinheitlich zeigten sich die als krisensicher geltenden Index-Schwergewichte. Novartis verloren 1 Prozent und Roche gaben 0,6 Prozent nach. Nestle verloren 0,3 Prozent; Credit Suisse hatte die Empfehlung für den Lebensmittelkonzern auf "Neutral" von "Outperform" gesenkt und den Titel von der "Liste der am meisten bevorzugten Konsumgütertitel" gestrichen.

Am breiten Markt fielen die Aktien von Komax mit 3,7 Prozent Kursgewinn auf. Die Kabelmaschinen-Firma veräusserte den Unternehmensbereich Medtech für 28 Millionen Franken an den italienischen Maschinen- und Anlagenbauer IMA.

1,7 und 0,5 Prozent gewannen die Aktien des Verlagshauses Tamedia und des Kunststoffherstellers Gurit. Die beiden Firmen übertrafen mit ihren Jahresabschlüssen die Markterwartungen, hiess es.

Dagegen trennten sich die Anleger nach den Jahresberichten von Galenica und Tecan im grossen Stil von den Titeln der beiden Firmen. "Die Zahlen waren eigentlich gar nicht so schlecht. Aber die Prognosen enttäuschen", sagte ein Händler. Galenica war im Vorjahr mit einer Kurssteigerung von fast 100 Prozent eine der gesuchtesten Schweizer Aktien.

(Reuters)