Gewinnmitnahmen bremsen SMI

Der SMI hat am Mittwoch anfängliche Gewinne im Späthandel praktisch wieder hergegeben. Gewinnmitnahmen am vorletzten Tag vor dem langen Osterwochenende und der niedrige Ölpreis lasteten laut Händlern auf den Kursen.
23.03.2016 17:30
Ruhiger Handel an der SIX: vor Ostern machen die Anleger an der Schweizer Börse keine grossen Sprünge.
Ruhiger Handel an der SIX: vor Ostern machen die Anleger an der Schweizer Börse keine grossen Sprünge.
Bild: cash

Das Geschäft verlief bis auf wenige Ausnahmen in ruhigen Bahnen. "Wer weiss, was noch alles passiert während des langen Wochenendes." Im Mittelpunkt standen die Anteile der Credit Suisse, die den Markt mit einer Verschärfung ihres Sparkurses überraschte.

Der SMI notierte zum Schluss mit 7894 Punkten 0,5 Prozent im Plus. Kurzzeitig war der Leitindex bis 7928 Zähler gestiegen. Am Vortag hatte der SMI trotz der Anschläge in Belgien praktisch stabil geschlossen. Dass sich die Märkte trotz der Attentate in Brüssel nicht haben aus der Ruhe bringen lassen, zeigte auch das Angstbarometer der Börse, der Volatilitätsindex, der praktisch auf Jahrestief notierte.

Ein starker Anstieg der Rohöl-Bestände lastete auf dem Ölpreis. Zusätzlich drückten Aussagen eines Führungsmitglieds der US-Notenbank Fed auf die Kurse. Der Chef der Federal Reserve Bank von Philadelphia, Patrick Harker, sprach sich für mindestens drei Zinserhöhungen in diesem Jahr aus. Die Fed selbst hat zwei Schritte signalisiert.

Credit Suisse im Fokus

Die Markteilnehmer begrüssten zwar die Pläne der Credit Suisse, den Sparkurs zu verschärfen und mit einer Rosskur bis 2018 mindestens 4,3 Milliarden Franken statt der bislang angekündigten 3,5 Milliarden Franken einzusparen. Die Bank erwartet im ersten Quartal 2016 einen Verlust. Nach einem Kursplus von vier Prozent ebbten die Käufe aber wieder ab und das Plus schmolz auf noch 0,9 Prozent ab. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen.

Die Papiere des CS-Rivalen UBS büssten 1,9 Prozent ein. Dass Umschichtungen aus den Aktien der Nummer eins in die der Nummer zwei zum Kursrückgang beigetragen hätten, sei durchaus möglich. "Kurzfristig dürfte das Kurspotenzial der CS-Aktie höher sein als das der UBS", sagte ein Händler. Der Branchenindex verlor zwei Prozent.

Die Versicherer büssten im Verlauf ein Prozent ein. Baloise sackten gar um 2,7 Prozent ab. JP Morgan hatte den Titel auf "Neutral" von "Overweight" zurückgestuft.

Von Gewinnmitnahmen blieben die als krisenresistent geltenden Titel aus dem Pharmabereich nicht verschont. Novartis holte etwas auf und notierte 0,3 Prozent im Plus. Roche konnten sich mit 0,5 Prozent in der Gewinnzone halten. Der Lebensmitteltitel Nestle verteidigte ein Plus von 1,3 Prozent.

Bei den meist zu höheren Kursen gehandelten zyklischen Werten zahlten Anleger für die Anteile von LafargeHolcim 2,1 Prozent mehr. Bei den Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch schmolzen die Kursgewinne etwas ab.

Am breiten Markt verloren Orascom weitere 3,5 Prozent. Der Bau- und Hotelkonzern ist stark in Nordafrika aktiv. Die Scheine des Reisedetailhändlers Dufry schwächten sich um 3,1 Prozent ab. Anteile mit Tourismusbezug waren bereits am Dienstag wegen der Anschläge in Brüssel unter Druck geraten.

Meyer Burger verliert weiter

Die Aktien von Meyer Burger, die am Vortag wegen einer unerwartet schlechten Jahresbilanz um 13,5 Prozent eingebrochen waren, verloren weitere 4,8 Prozent.

Gewinnmitnahmen drückten die Papiere der Partners Group um 2,1 Prozent. Der Titel des Vermögensverwalters hatte am Dienstag nach einem sehr guten Ergebnis kräftig zugelegt. U-Blox stiegen um 2,8 Prozent auf 185,90 Franken. Baader Helvea erhöhte das Kursziel auf 210 von 200 Franken und bestätigte die Kaufempfehlung.

(Reuters)