Gewinnmitnahmen drücken Schweizer Börse

Die Schweizer Börse grenzt ihre Verluste am Dienstag nach einem schwachen Start ein. Angesichts der insgesamt erfreulichen Entwicklung der vergangenen Tag seien Gewinnmitnahmen zu erwarten gewesen, sagen Händler.
23.02.2016 10:45
Nach einem erfreulichen Wochenstart heisst an der Schweizer Börse am Dienstag schon wieder «Halt».
Nach einem erfreulichen Wochenstart heisst an der Schweizer Börse am Dienstag schon wieder «Halt».
Bild: cash

Dabei dürften die erneut sinkenden Ölpreise, negative Vorgaben aus Fernost und der tiefer als erwartete deutsche IFO-Geschäftsklimaindex die Abgabeneigung der Marktteilnehmer begünstigt haben. "Es kann ja nicht schaden, einen Teil der Gewinne sicherzustellen", sagt ein Händler. Für 2016 laute das Motto: Sell the rally. Der SMI verliert bis 10.45 Uhr 0,8 Prozent auf 7900 Zähler. Am Montag war der Leitindex um 1,3 Prozent gestiegen.

Die weitere Kursentwicklung dürfte von den am Nachmittag aus den USA anstehenden Konjunkturdaten mitbestimmt werden. "Der IFO-Index war schwach. Hoffen wir auf bessere Impulse aus den USA", sagt ein Händler. Vom US-Konsumentenvertrauen erwarten Börsianer Signale für die weitere Geldpolitik der Notenbank Fed.

Im Fokus stehen die Aktien von Swiss Re, die 1 Prozent nachgeben. Analysten beurteilen den Jahresbericht des Rückversicherers als gut. Swiss Re hat den Gewinn um knapp ein Drittel auf 4,6 Milliarden Dollar gesteigert. Die Aktionäre sollen eine höhere reguläre Dividende von 4,60 Franken je Aktie erhalten. Zudem plant Swiss Re bis zur Generalversammlung 2017 ein weiteres, bis zu eine Milliarde Franken schweres Aktienrückkaufprogramm. "Swiss Re hat die Erwartungen gut getroffen. Erfreulich ist das Aktienrückkaufprogramm", sagt ein Händler.

Auch die Aktien anderer Versicherer neigen zur Schwäche. Zurich Insurance sinken 1,6 Prozent.

Bankaktien leicht unter Druck

Die Aktien der Banken tendieren ebenfalls schwächer. Die Titel der Grossbank UBS sinken um 0,2 Prozent. Credit Suisse ermässigen sich um 0,5 Prozent.

Die Anteile der Cembra Money Bank steigen 1 Prozent. Die Kreditbank hat den Jahresgewinn um 4 Prozent auf 145 Millionen Franken gesteigert. Die Dividende soll um 8 Prozent auf 3,35 Franken erhöht werden. "Das ergibt eine Rendite von mehr als 5 Prozent", sagt ein Händler. Dass die Bank wegen des per Mitte 2016 geltenden reduzierten Höchstzinssatzes im Privatkreditgeschäft rückläufige Erträge erwartet, sei nicht neu und daher im Kurs enthalten.

Die als krisenresistent geltenden Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche verlieren bis zu 1 Prozent und geben damit einen Teil der jüngst erzielten Kursgewinne wieder ab.

Uneinheitlich präsentieren sich die Aktien der zyklischen Firmen. Während  ABB, Clariant, Geberit, Lafarge-Holcim und Oerlikon Terrain preisgeben, legen Adecco und Sulzer leicht zu.

Am breiten Markt lockten ein rekordhoher Auftragsbestand und eine höhere Dividende die Anleger zu den Aktien von Implenia. Der Baukonzern wird um 2 Prozent höher bewertet.

(Reuters)