Gewinnmitnahmen suchen Meyer-Burger-Aktie heim

Bei Meyer Burger läuft es wieder deutlich besser. Dennoch bleiben die Analysten mehrheitlich vorsichtig. Nach dem beeindruckenden Lauf der letzten Tage fällt die Aktie Gewinnmitnahmen zum Opfer.
17.08.2016 13:42
Von Lorenz Burkhalter
Trotz Verbesserungen im ersten Halbjahr bleiben Experten bei Meyer Burger vorsichtig.
Trotz Verbesserungen im ersten Halbjahr bleiben Experten bei Meyer Burger vorsichtig.
Bild: ZVG

Nach der Bekanntgabe erster provisorischer Eckdaten von Anfang Juli, wurde das detaillierte Halbjahresresultat von Meyer Burger an der Börse mit Spannung erwartet. Das Warten scheint sich gelohnt zu haben: Der Solarzulieferer aus Gwatt BE schreibt beim operativen Ergebnis (EBITDA) erstmals wieder schwarze Zahlen. Zudem kann der Reinverlust gegenüber dem Vorjahr deutlich eingegrenzt werden. Der solide Auftragseingang lässt hingegen auf weitere Verbesserungen in der zweiten Jahreshälfte hoffen.

Nachdem die Aktie von Meyer Burger in den vergangenen Tagen gut im Markt lag, verliert sie zur Stunde an der Schweizer Börse SIX 3 Prozent auf 4,56 Franken. Im bisherigen Handelsverlauf wurden Kurse zwischen 4,40 und 4,84 Franken.

Fortschritte sind da

Für den Analysten der Zürcher Kantonalbank birgt der Zahlenkranz keine grösseren Überraschungen, nachdem die Grössenordnungen des Auftragseingangs und des Umsatzes schon bekanntgegeben worden waren. Einzig bei der Ertragsentwicklung hatte sich der Experte rückblickend etwas zu viel erhofft, war er doch von einer weiteren Senkung des Personalaufwandes ausgegangen. Zu einer solchen kam es allerdings nicht.

 

Gefallen findet man bei der Zürcher Kantonalbank hingegen am positiven operativen Cash Flow und den dadurch erstmals wieder gestiegenen flüssigen Mitteln. Für den Analysten rückt damit nun die Frage der Refinanzierung der im kommenden Jahr zur Rückzahlung anstehenden Anleihe ins Zentrum. Er stuft die Aktie wie bis anhin mit "Marktgewichten" ein.

Sind die Jahresprognosen konservativ?

Der für die Bank Vontobel tätige Berufskollege begrüsst zwar die Stabilisierung im operativen Geschäft und die Eingrenzung des Barmittelabflusses. Allerdings lässt er keine Zweifel daran, dass sich die Auftragslage weiter verbessern muss, um das Unternehmen nachhaltig in die schwarzen Zahlen zu führen.

Die firmeneigenen Jahresprognosen bezeichnet er hingegen als "konservativ", sofern das Auftragsmomentum der ersten sechs Monate in der zweiten Jahreshälfte aufrecht behalten werden kann. Seines Erachtens geniesst die Refinanzierungsfrage kurzfristig Priorität. Aufgrund der damit verbundenen Ungewissheit hält er am "Hold" lautenden Anlageurteil sowie am Kursziel von 5 Franken fest.

Wie es im hiesigen Aktienhandel ergänzend heisst, ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Refinanzierung im Zuge der in der ersten Jahreshälfte erzielten Fortschritte gestiegen. Das Risiko einer weiteren für die bisherigen Aktionäre gewinnverwässernden Kapitalerhöhung bleibe allerdings, so lautet der Tenor.

Auch im Aktienhandel der MainFirst Bank schliesst man nicht aus, dass die Jahresprognosen übertroffen werden. Gleichzeitig wird jedoch auf die mit einem operativen Jahresgewinn (EBITDA) von 20 Millionen Franken bereits heute über den Prognosen liegenden Analystenerwartungen.