Gisel: «Wir verkaufen die Privatbank nicht»

Der Raiffeisen-CEO Patrik Gisel äussert sich im Video-Interview zu den Plänen mit der Privatbank Notenstein La Roche.
26.02.2016 15:15
Patrik Gisel, CEO der Raiffeisen Gruppe.
Bild: cash
Eine Veräusserung von Notenstein La Roche ist für den Raiffeisen-Chef Patrick Gisel überhaupt kein Thema: "Wir beabsichtigen nicht, unsere Privatbank zu verkaufen", so Gisel im Video-Interview anlässlich der Geschäftszahlen 2015 der Genossenschaftsbank.

Gerüchte über einen Verkauf von Notenstein gibt es schon seit vier Jahren. Die jüngsten Spekulationen waren aufgekommen, weil Raiffeisen vor kurzem ihre Zusammenarbeit mit Vontobel überraschend bis 2020 verlängert hat. Seit ebenso vielen Jahren werden die Gerüchte dementiert, so auch jetzt wieder.

Laut Gisel will Raiffeisen Notenstein La Roche weiter ausbauen und akquisitorisch tätig sein. Bereits im Dezember des letzten Jahres liess Notenstein-Chef Adrian Künzi in einem Interview verlauten, dass man mit verschiedenen Banken Gespräche führe wegen einer Übernahme. Demnach seien für Notenstein Institute mit Vermögenswerten zwischen 5 und 20 Milliarden Franken interessant.

Notenstein hatte im Februar 2015 die älteste Basler Privatbank, La Roche, übernommen. Notenstein selber war 2012 entstanden, als Raiffeisen das Nicht-US-Geschäft der zusammengebrochenen Traditionsbank Wegelin übernommen hatte und dieses seither als Tochtergesellschaft weiterführt.

Gruppengewinn gesteigert

Die Raiffeisen-Gruppe selber hat 2015 Geschäftserfolg und Gruppengewinn gesteigert. Alle Ertragspositionen stiegen dabei deutlich an. Für das laufende Jahr gibt sich die drittgrösste Schweizer Bankengruppe angesichts der mässigen Konjunkturperspektiven allerdings eher vorsichtig.

Der Geschäftserfolg im Berichtsjahr stieg um 5,9 Prozent auf 943 Millionen Franken. Positiv hat sich dabei der Gewinn von 62 Milllionen Franken aus dem Verkauf eines kleinen Teils der Leonteq-Beteiligung ausgewirkt. Bereits im Vorjahr hatte die Bank von einem Sondergewinn profitiert. Der Verkauf der Vontobel-Beteiligung spülte damals 44 Millionen in die Kassen.

Sind also vor allem die Beteiligungsverkäufe der Grund für das gute Resultat? "Nein, das ist nicht so", sagt Gisel. Der Reingewinn sei nicht nur durch einen Teilverkauf der Leonteq-Beteiligung zustande gekommen, sondern vor allem durch Steigerungen aus dem operativen Bankgeschäft.

Vor allem im Hypothekargeschäft ist die Bankengruppe deutlich über dem Gesamtmarkt gewachsen. Dies sei jedoch nicht gefährlich, wie Gisel betonte. "Wir sehen ganz klar, dass Wertberichtigungen und Verluste zurückgegangen sind und auf Rekordtief liegen. Auch die Margen konnten wir halten", so der Raiffeisen-Chef weiter.

Wie er speziell im Firmenkundengeschäft mit KMUs wachsen möchte, was er mit der restlichen Leonteq-Beteiligung plant und welche Erwartungen er für das laufende Geschäftsjahr hat, dies erläutert Gisel im Video-Interview.

(AWP/cash)