Givaudan-Aktie fällt Marktschwäche zum Opfer

In Analystenkreisen wird die von Givaudan erzielte Wachstumsbeschleunigung begrüsst. Der schwache Markt lässt die Aktie jedoch einbrechen. Wie Experten die Zahlen einschätzen.
11.04.2014 11:00
Von Lorenz Burkhalter
Gerade im margenstarken Geschäft mit Feinriechstoffen weiss Givaudan zu brillieren.
Gerade im margenstarken Geschäft mit Feinriechstoffen weiss Givaudan zu brillieren.
Bild: www.givaudan.com

Givaudan hat in den letzten Jahren alles auf die "Karte Schwellenländer" gesetzt. Aufgrund der in vielen aufstrebenden Regionen beobachteten Wachstumsverlangsamung und Währungsturbulenzen war im Vorfeld der Quartalsumsatzveröffentlichung deshalb Nervosität zu verspüren.

Allerdings erweist sich diese als unnötig: Die vom Genfer Hersteller von Aromen und Riechstoffen für das erste Quartal veröffentlichten Umsatzzahlen fallen auf den zweiten Blick deutlich besser als erwartet aus. Statt das Wachstum zu dämpfen trugen die Schwellenländer in den ersten drei Monaten teilweise sogar zweistellig zum Umsatzwachstum bei.

Dementsprechend positiv fallen die ersten Reaktionen aus der Analystengemeinde aus. Aufgrund der schwachen allgemeinen Vorgaben aus Übersee gerät die Aktie der Genfer an der Schweizer Börse SIX dennoch unter Verkaufsdruck. Zur Stunde verliert sie 2,1 Prozent auf ein Tagestiefst von 1'375 Franken.

Starkes Feinriechstoffgeschäft weckt Margenhoffnungen

Wie die Zürcher Kantonalbank schreibt, hat sich das organische Wachstum gegenüber dem Schlussquartal des letzten Jahres auf 5,7 Prozent beschleunigt und die bankeigene Schätzung von 4,7 Prozent klar übertroffen. Der Währungseffekt sei zwar negativ ausgefallen, jedoch nicht ganz so verheerend wie befürchtet. Ein Lichtblick sei das Produktsegment Luxusparfümerie, wo überraschenderweise ein Anstieg von 12,3 Prozent gelang. Der verantwortliche Analyst zeigt weiterhin Gefallen am Marktführer in der attraktiven Aroma- und Riechstoffindustrie und hält auch die Bewertung für nicht übertrieben. Er stuft die Aktie weiterhin mit "Übergewichten" ein.

Etwas vorsichtiger fallen die Formulierungen seines Berufskollegen von der UBS Investmentbank aus. Aufgrund negativer Wechselkurseffekte sei der Umsatz etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Dennoch habe das organische Wachstum für eine positive Überraschung gesorgt und die bankeigenen Schätzungen sowohl im Aroma- als auch im Riechstoffgeschäft übertroffen. Insbesondere das margenstarke Geschäft mit Feinriechstoffen sei um 12,3 Prozent gestiegen, was der Analyst für äusserst wichtig hält. Er empfiehlt die Aktie unverändert mit einem 12-Monats-Kursziel von 1'470 Franken zum Kauf.

Marktanteilsgewinne haben geholfen

Bei der Bank Vontobel heisst es, die von Givaudan veröffentlichten Zahlen seien erwartungsgemäss ausgefallen. Das Wachstum in den Schwellenländern sei für das Unternehmen unverändert positiv, während reife Märkte wie Nordamerika und Europa verhalten in das Jahr gestartet wären. Dank Marktanteilsgewinnen und stärkerem Engagement in den Schwellenländern sei das Wachstum robust ausgefallen. Dank Effizienzsteigerungen seien Margenverbesserungen sowie höhere Barausschüttungen an die Aktionäre zu erwarten. Der verantwortliche Analyst stuft die Aktie aufgrund des leichten Bewertungsaufschlags gegenüber den Mitbewerbern vorerst mit "Hold" und einem Kursziel von 1'400 Franken ein.

Gemäss der Analystin von J. Safra Sarasin ist dem Unternehmen ein guter Start ins neue Jahr gelungen, obschon negative Währungseffekte auf die Geschäftsentwicklung gedrückt hätten. Dieser Trend werde sich im Jahresverlauf fortsetzen, weshalb sie leichte Gewinnschätzungsreduktionen erwartet. In diesem Zusammenhang verweist die Analystin auch auf die tiefe Vergleichsbasis aus dem Vorjahr. Die Aktie wird bei J. Safra Sarasin wie bis anhin mit "Neutral" eingestuft.