Givaudan-Aktie klettert auf neues Rekordhoch

Givaudan übertrifft die Analystenerwartungen im ersten Halbjahr klar. Von einer Heraufstufung durch die ZKB angefeuert, klettert die Aktie auf den höchsten Stand in der traditionsreichen Firmengeschichte.
18.07.2016 11:48
Von Lorenz Burkhalter
Givaudan feuert im ersten Halbjahr auf allen Zylindern.
Givaudan feuert im ersten Halbjahr auf allen Zylindern.
Bild: Bloomberg

Eigentlich hatten die Analysten bei Givaudan im zweiten Quartal nach einem starken Vorquartal mit einer Wachstumsverlangsamung gerechnet. Doch wie seit heute Montag bekannt ist, hat sich das organische Wachstum beim Hersteller von Aromen und Riechstoffen zuletzt sogar noch beschleunigt. Und als ob das nicht schon genug wäre, übertrifft das traditionsreiche Unternehmen aus Genf auch gleich noch die Erwartungen an die Margenentwicklung. Dabei werden auf den Stufen EBITDA, EBIT und Reingewinn selbst die optimistischsten Analystenschätzungen geschlagen.

Das ist der Stoff, aus dem Anlegerträume sind. An der Schweizer Börse SIX gewinnt die Givaudan-Aktie zur Stunde 2,7 Prozent auf 2112 Franken. Kurz zuvor kletterte sie sogar auf 2115 Franken und damit auf den höchsten Stand in der Firmengeschichte. Beobachter berichten von guten Anlagekäufen aus dem Ausland.

Sondereffekte haben geholfen

Als treibende Kraft erweist sich dabei eine Heraufstufung von "Marktgewichten" auf "Übergewichten" durch die Zürcher Kantonalbank.

In einem Kommentar zeigt sich der Verfasser beeindruckt von der im zweiten Quartal beobachteten Wachstumsbeschleunigung. Das Unternehmen sei aus eigener Kraft um 6,2 Prozent gewachsen und habe seine bei 4,8 Prozent liegenden Schätzungen klar übertroffen, so schreibt er.

Obschon der Experte die Differenz zwischen dem erzielten Gewinn und den diesbezüglichen Erwartungen zumindest teilweise auf Sondereffekte wie beispielsweise tieferen Abschreibungen auf dem immateriellen Anlagevermögen zurückführt, zeigt er sich von den rekordhohen Margen beeindruckt. Er wird seine Umsatz- und Gewinnschätzungen weiter erhöhen.

Zweite Jahreshälfte wird schwieriger

Auch seine für die UBS Investmentbank tätige Berufskollegin zeigt sich vom vorliegenden Zahlenkranz sichtlich angetan. Das organische Umsatzwachstum habe sich dank einem starken Riechstoffabsatz beschleunigt. Gleichzeitig hätten das Volumenwachstum und die strikte Kostenkontrolle zu einer weiteren Margensteigerung geführt, so schreibt sie. Als "Haar in der Suppe" bezeichnet die Analystin einzig den etwas schwächeren freien Cash Flow. Sie stuft die Givaudan-Aktie weiterhin mit "Neutral" ein, wird das 1850 Franken lautende 12-Monats-Kursziel voraussichtlich jedoch erhöhen.

Der Experte von Baader-Helvea bezeichnet den vorliegenden Zahlenkranz ebenfalls als stark, warnt im selben Atemzug aber vor einem schwierigeren zweiten Halbjahr. Alleine schon aufgrund der schwierigeren Vergleichsbasis aus dem Vorjahr sieht er das Unternehmen nicht an die ersten sechs Monate anknüpfen. Was die firmeneigenen Jahresprognosen anbetrifft, so wähnt er Givaudan dennoch auf Zielkurs. Der Analyst empfiehlt die Aktie wie bis anhin zum Kauf und wird das 2050 Franken lautende Kursziel voraussichtlich anheben.