Givaudan-Aktie klettert nach Zahlen ins Plus

In Analystenkreisen hatte man Givaudan besser als erwartete Neunmonatszahlen zugetraut. Obschon diese nur geringfügig über den Erwartungen liegen, kann die Aktie anfängliche Abgaben abschütteln.
10.10.2014 10:29
Von Lorenz Burkhalter
Noch hat Givaudan das "Wachstums-Elixier". Dennoch verfehlt die Umsatzentwicklung die hohen Erwartungen.
Noch hat Givaudan das "Wachstums-Elixier". Dennoch verfehlt die Umsatzentwicklung die hohen Erwartungen.
Bild: www.givaudan.com

Gegenüber Analysten und Investoren äusserten sich die Entscheidungsträger von Givaudan in den vergangenen Wochen sehr zuversichtlich. Damit bauten sie im Vorfeld der Veröffentlichung des Zahlenkranzes für die ersten neun Monate unbewusst eine hohe Erwartungshaltung auf. Denn viele Analysten hoben ihre diesjährigen Umsatz- und Gewinnschätzungen noch einmal kräftig an, was der Aktie des Genfer Herstellers von Aromen und Riechstoffen noch einmal so richtig einheizte.

Nach einem anfänglichen Rückschlag stösst die Aktie an der Schweizer Börse SIX in positives Terrain vor und gewinnt 0,4 Prozent auf 1500 Franken. Und das obschon die Umsätze für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2014 nur geringfügig über den Konsensschätzungen liegen. Givaudan gelingt es weder im Geschäft mit Riechstoffen, noch in jenem mit Aromen positiv zu überraschen.

Organisches Wachstum weiss nicht vollends zu überzeugen

Einzig der für die Zürcher Kantonalbank tätige Analyst findet sichtlich Gefallen an der Umsatzentwicklung. Givaudan sei es auch im dritten Quartal gelungen, die Dynamik der ersten Jahreshälfte zu halten. Im aktuellen Wirtschaftsumfeld sei das nicht selbstverständlich. Das Unternehmen habe damit insgesamt besser abgeschnitten als von ihm und vom Konsens erwartet.

Für die mit "Übergewichten" eingestufte Aktie spreche momentan auch die anvisierte weitere Verbesserung der operativen Marge, so der Verfasser des Kommentars. Er erachtet die vorliegenden Umsatzzahlen als leicht positiv.

Zum Kauf wird die Aktie von Givaudan auch bei der UBS Investmentbank empfohlen. Das 12-Monats-Kursziel lautet 1600 Franken. Dennoch schätzt der verantwortliche Analyst die Umsatzentwicklung nüchterner ein als sein Berufskollege von der Zürcher Kantonalbank.

Auf Gruppenebene sei das organische Wachstum mit 4,3 Prozent hinter den bei 5,1 Prozent liegenden Konsensschätzungen zurückgeblieben. Die bankeigenen Schätzungen eines Wachstums von 4,4 Prozent seien hingegen knapp erfüllt worden. Die Differenz zwischen der effektiven Entwicklung und den Konsensschätzungen sei insbesondere im Geschäft mit Aromen zu suchen. Beeindruckend sei vor allem die Umsatzentwicklung in den Schwellenländern. Deshalb bleibt der Analyst grundsätzlich positiv für die Aktie von Givaudan.

Verlangsamung in den Schwellenländern

Helvea bezeichnet den Zahlenkranz in einem Kommentar als knapp im Rahmen der Konsensschätzungen liegend. Die bankeigenen Erwartungen seien hingegen verfehlt worden. Der Basiseffekt habe etwas weniger stark geholfen als erwartet. Die organische Wachstumsbeschleunigung im dritten Quartal könne sich dennoch sehen lassen, so der Verfasser des Kommentars. Er hält bis auf weiteres mit einem Kursziel von 1670 Franken fest.

Bei der Bank Vontobel ist von einem anhaltend robusten Wachstum die Rede. Und das obschon sich in den Schwellenländern zuletzt eine Wachstumsverlangsamung abgezeichnet habe. Wenig überraschend halte Givaudan an den Mittelfristzielen fest. Der verantwortliche Analyst will seine Schätzungen geringfügigen Anpassungen unterziehen. Er stuft die Aktie bis dahin mit "Hold" und einem Kursziel von 1500 Franken ein.

Der für Morgan Stanley tätige Berufskollege zeigt sich sogar enttäuscht, was die organische Umsatzentwicklung während des dritten Quartals anbetrifft. Dass die Vergleichsbasis aus dem Vorjahr günstig für das Unternehmen gewesen sei, mache die Sache nicht etwa besser. Insbesondere in den Schwellenländern sei es gegen Ende der Berichtperiode zu einer Verlangsamung gekommen. Der Analyst schliesst ein unter dem Zielband von 4,5 bis 5,5 Prozent liegendes Wachstum im laufenden Jahr nicht länger aus.