Gold-Baissier senkt Prognosen

An JP Morgan Chase haftet der Ruf eines berüchtigten Gold-Baissiers. Nun senkt die US-Bank ihre Prognosen für das gelbe Edelmetall gar noch weiter.
07.01.2014 07:53
Von Lorenz Burkhalter
JP Morgan Chase wird dem Ruf des berüchtigten Gold-Baissiers nur noch ansatzweise gerecht.
JP Morgan Chase wird dem Ruf des berüchtigten Gold-Baissiers nur noch ansatzweise gerecht.
Bild: Bloomberg

Ganz so pessimistisch sind die neuen Prognosen allerdings nicht: Für 2014 gehen die Strategen von einem Durchschnittspreis von 1263 Dollar die Unze und von 1275 Dollar im Folgejahr aus. Bisher lagen die Prognosen für die Gold-Unze bei 1401 respektive 1450 Dollar. Auf lange Sicht geht man bei der Investmentbank von einem Durchschnittspreis von 1400 Dollar nach zuvor 1500 Dollar die Unze aus.

Um die Rolle von JP Morgan Chase an den Edelmetallmärkten ranken sich seit Längerem die wildesten Spekulationen. Der Investmentbank wird unter anderem nachgesagt, gemeinsame Sache mit der US-Notenbank zu machen, um den Goldpreis künstlich zu drücken. Deshalb haftet der Ruf eines berüchtigten Baissiers an JP Morgan Chase.

Dass die für die Investmentbank tätigen Edelmetallstrategen ihre Goldpreisprognosen für die kommenden Jahre substanziell nach unten nehmen, sorgt an den Märkten dementsprechend für Aufruhr.

Stützende Faktoren bleiben ohne Biss

Die Strategen begründen diese Anpassungen mit der geringeren Goldnachfrage aus Indien sowie der schwachen Nachfrage von Investoren ausserhalb des asiatischen Raumes. Einzig die physische Nachfrage aus China bleibe stark. Allerdings reiche diese alleine nicht aus, um die bei den börsengehandelten Goldfonds zu beobachtenden Abgaben absorbieren zu können. Die den Goldpreis stützenden Faktoren seien daher schwächer als ursprünglich erhofft, so die Strategen weiter.

Gleichzeitig geht man bei JP Morgan Chase von einer anhaltend tiefen Teuerung aus. Gerade dieses von einem geringen Inflationsdruck geprägte Umfeld sei sehr negativ für die Goldpreisentwicklung und spreche dafür, dass sich der Abwärtszyklus vom vergangenen Jahr ungebremst fortsetze. Nicht zuletzt deshalb, weil es die Goldproduzenten dazu veranlasse, sich vermehrt wieder über Terminverkäufe abzusichern.

Anfang August sorgten Statistiken der Rohstoffbörse Comex für Aufsehen. Die  Zahlen offenbarten damals, dass JP Morgan Chase im grossen Stil als Käufer in Erscheinung getreten sein muss. Jedenfalls verschwanden die zuvor über Monate wenn nicht sogar Jahre hinweg Baisseengagements der Investmentbank aus der Statistik. Bis heute bleiben die Hintergründe der damaligen Verschiebungen an der Comex allerdings unklar.