Gold trotz Börsenerholung im Bullenmarkt

Erstmals seit 2013 hat der Goldpreis wieder das Terrain der Bullen zurückerobert. Das gelang dem gelben Edelmetall trotz einer Erholung an den weltweiten Aktienmärkten.
04.03.2016 11:04
Die Preise für Gold ziehen an.
Die Preise für Gold ziehen an.
Bild: ZVG

“Dass Gold und Aktienkurse gemeinsam anziehen, ist insbesondere für Gold ein Positivfaktor", stellte Chefökonom und Händler Jordan Eliseo vom Handelsunternehmen Australian Bullion in Sydney fest. Er erklärte den Zusammenhang so: “Die Rally bei Aktien geht im Wesentlichen auf die Erwartung noch extremerer geldpolitischer Lockerungen durch die Zentralbanken zurück. Da überrascht es nicht, dass auch Gold in einem solchen Umfeld zunehmend gefragt ist".

Gold hat im Preis seit Beginn des Jahres um 19 Prozent zugelegt und damit andere Anlageklassen wie Anleihen, Devisen und Aktien hinter sich gelassen. Spekuliert wird von Goldkäufern auf ein weiter schwächeres Wachstum in China und entsprechende negative Wirkungen auf die Weltwirtschaft, was wiederum neue Maßnahmen der Geldpolitik auslösen könnte. Zuletzt konzentrierte sich diese These auf Spekulationen um die nächste Leitzinsanhebung in den USA.

Anleger springen auf Gold an

“Ein sehr starker Aufwärtstrend ist nicht zu leugnen, und die Anleger springen entsprechend auf", sagte Chefstratege Donald Selkin von der National Securities in New York. Auch die Lage an den Börsen treibe die Investoren dem Gold zu. Die erhöhte Stimmungslage zum Goldpreis schlägt sich auch nieder an den ETF-Märkten, wo die mit Gold unterlegten börsengehandelten Produkte in diesem Quartal bis zum 3. März 259 Tonnen Gold repräsentierten. Damit läuft das erste Quartal 2016 auf die stärkte Entwicklung seit dem zweiten Quartal 2010 zu. Überdies wurde nach drei Folgejahren mit fallender Goldquote bei ETF-Papieren die Wende ins Plus vollzogen.

Auch an den Terminmärkten wie der Comex deutet die Zahl offener Kontrakte mit dem höchsten Stand seit Oktober auf eine Fortsetzung des bestehenden Aufwärtstrends beim Goldpreis hin. Das stellte Direktor Tai Wong von BMO Capital Marketsin New York fest.

(Bloomberg)