Goldene Jahre vorbei für Apple-Zulieferer?

Apple überrascht mit einem Umsatzrückgang und einem vorsichtigen Ausblick. Doch nicht alle Zulieferer aus der Schweiz sind gleichermassen davon betroffen. Ein Überblick.
27.04.2016 09:06
Von Lorenz Burkhalter
Die SFS Group ist nur am Rande von den Problemen von Apple betroffen.
Die SFS Group ist nur am Rande von den Problemen von Apple betroffen.
Bild: iNg

Dienstagnacht unserer Zeit spielten sich an der Börse in New York tumultartige Szenen ab. Nach schwachen Quartalszahlen und einem nicht weniger schwachen Ausblick tauchte die Aktie des amerikanischen Kultunternehmens Apple nachbörslich um 8 Prozent auf 96 Dollar und damit unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar.

Das nicht ohne Grund, lässt der Zahlenkranz für das dritte Quartal des Fiskaljahres 2015/16 doch hellhörig werden. Erstmals seit 13 Jahren hatte der Hersteller von Smartphones und Tablet-PCs einen tieferen Umsatz zu beklagen. Dieser fiel im Jahresvergleich um 12,8 Prozent auf 50,6 Milliarden Dollar und verfehlte die bei 52 Milliarden Dollar liegenden Markterwartungen klar.

Und als ob das nicht schon genug wäre, wartete das Unternehmen auch gleich noch mit einem vorsichtigen Ausblick für das angelaufene Quartal auf. Schuld ist eine geringere iPhone-Nachfrage sowie ein anhaltender Lagerabbau der gesamten Wertschöpfungskette entlang.

Sind die goldenen Jahre vorbei?

Die beiden Faktoren haben auch Folgen für die Zulieferer von Apple. Vor drei Jahren veröffentlichten die Amerikaner eine Liste mit den 200 wichtigsten Zulieferfirmen. Darunter befinden sich auch die beiden an der Schweizer Börse gehandelten Unternehmen AMS und SFS Group.

Erst am Montag gab AMS nach Börsenschluss einen Gewinneinbruch bekannt. Gleichzeitig wartete der Hersteller von Lichtsensoren mit einer enttäuschenden Umsatzprognose für das bereits angelaufene zweite Quartal auf. Zeitweise wurde die in der Schweiz gehandelte Aktie des Unternehmens aus Unterpremstätten mit Kursverlusten von mehr als 20 Prozent abgestraft. Bei Handelsende resultierte dann noch ein Minus von knapp 16 Prozent. Im frühen Handel am Mittwoch wird die AMS-Aktie mit einem Abschlag von 0,6 Prozent angegeben.

Die Probleme von AMS gehen über die verhaltene Nachfrage seitens des amerikanischen Grosskunden hinaus. Auch in anderen Produktkategorien hatte der Halbleiterhersteller zu kämpfen. Darüber hinaus belasteten einmalige Kosten im Zusammenhang mit der erst im Herbst übernommenen CMOSIS.

Analysten halten allen drei Aktien die Treue

Besser steht die SFS Group da. Sie beliefert Apple mit Schrauben für das iPhone-Gehäuse. Das erst seit knapp zwei Jahren an der Börse gehandelte Unternehmen gilt als breit abgestützt und daher als weniger anfällig auf schwankende Kundenvolumen. Das macht sich in einer sehr viel stabileren Umsatz- und Ertragsentwicklung bemerkbar. Der SFS-Titel steigt am Mittwoch sogar um 0,7 Prozent.

Trotz der jüngsten Ergebnisenttäuschung halten die Analysten der Apple-Aktie bislang die Treue. Jener der Credit Suisse sieht in der nachbörslichen Kursschwäche sogar eine günstige Einstiegsgelegenheit. Obschon er seine Umsatz- und Gewinnschätzungen deutlich reduziert hat, stuft er die Aktie weiterhin mit "Outperform" und einem Kursziel von 150 Dollar ein. Damit befindet er sich in bester Gesellschaft. In seiner ungebrochenen Zuversicht hofft der Experte nicht zuletzt auf eine vom neuen iPhone 7 ausgehenden Nachfragebelebung.

Auch bei AMS kam es zwar zu Kurszielreduktionen, jedoch zu keinen Herunterstufungen. Immerhin sechs von 10 Banken empfehlen die Aktie des Zulieferunternehmens noch immer zum Kauf.

Ein Liebling der Analysten bleibt die SFS Group. Ihre Aktie wird von den Experten fast ausschliesslich zum Kauf empfohlen.