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GoPro-Aktie: Zeit, Gewinne zu realisieren

Der US-Kamerahersteller GoPro legte seit seinem Börsendebüt im Juni einen furiosen Start hin. Doch die Rally dürfte in den kommenden Wochen an Schwung verlieren.
15.09.2014 13:40
Von Frédéric Papp
Die GoPro-Minikamera machen Gründer und CEO Nick Woodman reich.

Beim Bungeejumping, dem Tauchgang oder auf der Motocrossfahrt – die GoPro Hero ist stets mit dabei und filmt die teils waghalsigen Abenteuer. Die Mini-Kameras des US-Herstellers haben einen weltweiten Siegeszug angetreten.

Die handlichen Kameras werden an das Rad oder den Ski-Helm angebracht und filmen die Fahrt. Später können sie dann auf sozialen Netzwerken gepostet werden. YouTube ist voll mit solchen Videos. Bei Profisportlern und Hobbysportler ist die GoPro Hero beliebt - der Marktanteil in den USA beträgt gegen 50 Prozent.

Der Erfolg spiegelt sich auch in der seit Juni 2014 an der US-Technologiebörse Nasdaq gehandelten Aktie. Bei 31 Dollar gestartet, haben sich die Titel heute mehr als verdoppelt.

Kursentwicklung der GoPro-Aktie seit dem Börsendebüt im Juni.

Trotz der attraktiven Wachstumsaussichten drängt sich ein Einstieg bei GoPro nicht auf. Und jene, die von Anfang an dabei waren, sollten sich überlegen, zumindest einen Teil der Gewinne zu realisieren. Dazu passt auch die Herabstufung der Aktie durch die US-Investmentbank JP Morgan vor gut einer Woche von "Übergewichten" auf "Neutral".

Konkurrenz ist in den Startlöchern

GoPro wird nicht mehr lange der einzige ernst zu nehmende Sportkamerahersteller bleiben. Im Markt kursieren Gerüchte, dass der taiwanesische Smartphonehersteller HTC eine wasserdichte Kamera für Extremsportarten entwickelt. Auch das Elektronikschwergewicht Samsung wird laut Marktkenner bald mit ähnlichen Geräten nachziehen.

Zu unterschätzen sind HTC, Samsung und Co nicht. Die Smartphonehersteller haben bereits den Markt für Kompaktkameras trockengelegt. Dies zeigt sich deutlich an den Kursverläufen der beiden grossen Hersteller Nikon und Canon. In den letzten knapp drei Jahren haben die Aktien dieser beiden Hersteller je 12 Prozent an Wert eingebüsst.

Die Quartalszahlen des Börsenneulings GoPro vielen durchzogen aus. So stieg zwar im zweiten Quartal 2014 der Umsatz um 38 Prozent auf 245 Millionen US-Dollar. Doch auch der Quartalsverlust häufte sich auf knapp 20 Millionen Dollar an. Dies sind nahezu vier Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Um die stolze Aktienbewertung zu rechtfertigen – die Aktie hat ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 200 - sollte der Umsatz auf hohem Niveau bleiben und Gewinne folgen. Ansonsten könnte der Aktienkurs dieselbe Richtung nehmen wie in den meisten GoPro-Videos – rasant nach unten.