Griechische Regierung will Finanzbeschränkungen lockern

Griechenland plant, die Finanzkontrollen für seine Bürger zu lockern. Wer bislang zu Hause gehortetes Geld auf sein Konto einzahlt, soll es künftig in beliebiger Höhe wieder abheben und überweisen können,
23.06.2016 13:08
Bankomat in Athen: Die Griechen sollen demnächst wieder freier über ihr Geld verfügen können.
Bankomat in Athen: Die Griechen sollen demnächst wieder freier über ihr Geld verfügen können.
Bild: Bloomberg

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen. Damit hofft Athen, dass schätzungsweise bis zu 30 Milliarden Euro aus Privathaushalten zurück auf den Geldmarkt kommen. "Das wird bald geschehen", hiess es von einer mit dem Thema vertrauten Person aus dem Umfeld des Finanzministeriums.

Griechenland hatte Ende Juni 2015 Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, um sein Finanzsystem zu stabilisieren und seinen angeschlagenen Banken etwas Luft zu verschaffen. Unter anderem können die Bürger seither höchstens 420 Euro pro Woche in bar von ihren Konten abheben. Pro Auslandsreise dürfen griechische Touristen höchstens 2000 Euro Bargeld mitnehmen.

Am Mittwoch hatte die Europäische Zentralbank (EZB) angekündigt, ab dem 29. Juni griechische Staatsanleihen wieder als Sicherheit zu akzeptieren. Bisher werden griechische Banken durch spezielle Notkredite (ELA) über Wasser gehalten, die sie mehr kosten als herkömmliches Zentralbankgeld. Die Entscheidung bedeute, dass die griechischen Institute sich bald Geld mit einem Zinssatz von 0,05 Prozent statt bislang 1,55 Prozent für die ELA-Kredite leihen können, hiess es aus Kreisen der Athener Notenbank nach dem EZB-Beschluss.

(AWP)