Grossbank - US-Analyst stuft die Credit-Suisse-Aktie herunter

Über Jahre hinweg riet J.P. Morgan zum Kauf der Credit-Suisse-Aktie. Nun gibt sich die US-Bank überraschend geläutert. cash verrät weshalb.
13.03.2019 08:26
Von Lorenz Burkhalter
Schriftzug und Loge der Credit Suisse am Flughafen Zürich.
Schriftzug und Loge der Credit Suisse am Flughafen Zürich.
Bild: cash

Am Morgen des 8. Dezember 2016 vollzog J.P. Morgan eine geradezu spektakuläre Kehrtwende bei der Aktie der Credit Suisse. In einer mehrseitigen Unternehmensstudie stufte die US-Investmentbank die Aktie der Zürcher Bank von "Underweight" auf "Overweight" herauf. Das Kursziel wurde damals kräftig auf 18 (zuvor 13) Franken erhöht. Damals kostete die Aktie knapp 15 Franken.

Heute Mittwoch macht J.P. Morgan den damaligen Schritt zumindest teilweise wieder rückgängig. Die US-Investmentbank stuft die Aktie neuerdings nur noch mit "Neutral" und einem Kursziel von 14 Franken ein.

Investment Banking bindet (zu) viel Kapital

Er erachte die Konzernleitung um Tidjane Thiam zwar weiterhin als sehr fähig, habe sie das Private Banking und das Schweizer Retail Banking in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut und die Kosten stärker als versprochen gesenkt, so schreibt der zuständige Bankenanalyst. Was die Strategie im Investment Banking anbetrifft, gibt er sich jedoch geläutert und bezeichnet diese mittlerweile gar als "wertvernichtend".

Die CS-Aktie (rot) im 12-Monats-Vergleich mit dem SMI (grün) (Quelle: www.cash.ch)

Gemäss Berechnungen des Analysten dürfte das Investment Banking bei der Credit Suisse im laufenden Jahr ganze 36 Prozent des Eigenkapitals binden, gleichzeitig aber gerademal 22 Prozent zum Vorsteuergewinn beitragen. Er befürchtet, dass die Grossbank insbesondere im Aktienhandel Geld verliert und diesen Bereich deshalb dringend verkleinern muss.

J.P. Morgan ist übrigens nicht die einzige Bank, welche die Aktie der Credit Suisse in diesen Tagen verhaltener einschätzt. Keine 24 Stunden ist es her, dass Keefe, Bruyette & Woods (KBW) die Aktie von "Market Perform" auf "Underperform" herunterstufte und das Kursziel auf 11 (zuvor 13,50) Franken zusammenstrich.

Credit-Suisse-Aktie wieder unter Druck

Der bekannte Spezialist für Finanzwerte argumentierte dabei mit der hohen Kapitalbindung sowie mit der hohen Abhängigkeit von der Entwicklung an den Finanzmärkten.

Nachdem die Credit-Suisse-Aktie das Jahr 2018 mit einem satten Minus von 38 Prozent beendete, setzte sie in den ersten zwei Monaten dieses Jahres zu einer kräftigen Gegenbewegung an. Allerdings ist ihr Kurs alleine in den vergangenen sieben Handelstagen um gut 5 Prozent gefallen. Damit errechnet sich seit Jahresbeginn mittlerweile ein Plus von weniger als 10 Prozent.