Grossbanken - Citigroup-Rückkehr nach Canary Wharf beginnt mit Stosstrüppchen

Während Grossbritannien die Einschränkungen zur sozialen Distanzierung langsam lockert, lässt Citigroup in den kommenden Wochen einen Teil der Mitarbeiter nach und nach wieder zurück in die Londoner Büros.
01.06.2020 14:59
Zentrale der Citi Bank im Citigroup Centre, Finanz- und Bankenviertel Canary Wharf, London.
Zentrale der Citi Bank im Citigroup Centre, Finanz- und Bankenviertel Canary Wharf, London.

Wie zu hören ist, machen Händler und andere Mitarbeiter aus dem Bereich Märkte und Wertpapierdienstleistungen den Anfang. Ab der kommenden Woche sollen informierten Kreisen zufolge weniger als 10 Prozent der 5'000 Londoner Mitarbeiter der Wall-Street-Bank wieder an ihrem Schreibtisch sitzen. Das Personal der Investmentbank wurde informiert, erst einmal weiterhin von Zuhause aus zu arbeiten.

Der Citigroup-Hauptsitz für Europa, den Nahen Osten und Afrika befindet sich in Canary Wharf, Londons östlichem Finanzviertel. In der Gegend mit Hunderten von Geschäften, Bars und Restaurants tummeln sich normalerweise 125'000 Angestellte zumeist aus der Branche. Seit März, als sich die Coronavirus-Pandemie in den westlichen Ländern ausbreitet, befindet sich das Personal der Banken zum allergrößten Teil im Homeoffice.

Auch die Wettbewerber JPMorgan und Goldman Sachs feilen an Plänen für eine sichere Rückkehr ihrer Mitarbeiter in die leeren Bürotürme.

Citi-Chef Mike Corbat will bei der Rückkehr zur Büroarbeit die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen und nicht einen Pauschalansatz für alle Standorte weltweit verfolgen. "Sie werden nicht eines Morgens oder eines Abends aufwachen und eine E-Mail mit der Aufforderung erhalten, morgen wieder zur Arbeit zurückzukommen", versicherte Corbat den Mitarbeitern im letzten Monat.

Nach mehr als zwei Monaten Coronavirus-Lockdown arbeitet die britische Regierung daran, die Einschränkungen zur Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen in den kommenden Tagen und Wochen zurückzufahren und so die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Vor mehr als zwei Wochen hat Premierminister Boris Johnson einen vorläufigen Plan vorgelegt, der die "schrittweise Wiedereröffnung" von Geschäften ab Juni und Teilen der Hotellerie im Juli ermöglichen könnte.

Schwierige Rückkehr

Da die Regeln der sozialen Distanzierung voraussichtlich länger noch in Kraft bleiben werden, stehen die Banken vor logistischen Herausforderungen. Wie Mitarbeiter zu Stoßzeiten die Gebäude betreten können muss ebenso bedacht werden wie die Raumplanung, damit dicht an dicht stehenden Schreibtische vermieden werden. Um das Ansteckungsrisiko zu begrenzen, bleiben bei einigen Firmen die hauseigenen Kantinen geschlossen.

Einige Händler sind auch während der Pandemie immer wieder ins Büro gekommen, in der Regel mit privaten Transportmitteln. Doch bevor ihnen Zutritt zur Bank gewährt wurde, wurde stets ihre Temperatur gemessen.

In Hongkong hatte Citi angesichts der lokalen Lockerung der Corona-Beschränkungen Anfang dieses Monats angekündigt, weitere 600 Mitarbeiter wieder ins Büro zu lassen. Die US-Bank forderte die dortigen Mitarbeiter auf, so gut wie möglich einen Abstand von 2 Metern voneinander einzuhalten. Um hohen Andrang zu vermeiden, sollen die Angestellten zudem ihre Arbeitswege und Mittagspausen zeitlich staffeln.

(Bloomberg)