Grossbanken gesuchtSchweizer Börse startet mit Gewinnen

Der Schweizer Aktienmarkt hat die letzte Sitzung der Woche entgegen den vorbörslichen Indikationen mit klar höheren Kursen eröffnet.
03.02.2017 10:22
Die Titel der Credit Suisse sind am Freitag gesucht.
Die Titel der Credit Suisse sind am Freitag gesucht.
Bild: cash

Der SMI als wichtigster Schweizer Aktienindex hat dabei die Marke von 8300 Punkten, die er am Vortag nicht hatte halten können, bereits im frühen Handel wieder überschritten. Vor allem die defensiven Schwergewichte sowie die Grossbanken geben dem SMI in der ersten halben Handelsstunde deutlich Schub.

Aus Makrosicht steht am Nachmittag (14.30 Uhr MEZ) die Veröffentlichung des mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktberichts auf der Agenda. Diese könnte weiteren Aufschluss über das Tempo der Zinserhöhungen in den Vereinigten Staaten geben und damit die Richtung der Aktienmärkte für die nächsten Tage vorgeben. Damit könnte auch der Blick der Investoren zumindest vorübergehend auch etwas von der Politik des neuen US-Präsidenten Trump abgelenkt werden, heisst es im Markt.

Der Swiss Market Index (SMI) legt um 09.30 Uhr um 0,61% auf 8'327,32 Punkte zu. Trotz dieser Avancen ist davon auszugehen, dass der Index die Woche im Minus beenden wird: auf dem aktuellen Kursniveau ergibt sich auf Wochensicht ein Rückgang von 0,6%, im bisherigen Jahresverlauf sind es derweil +1,3%.

Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt am Freitag 0,45% auf 1'326,39 Zähler dazu, der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,51% auf 9'103,39. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 24 im Plus, fünf im Minus und einer (Givaudan) unverändert.

Defensive Titel gesucht

Bei den grössten Gewinnern sind für einmal die defensiven Schwergewichte Nestlé und Novartis (+1,0%) zu finden, während Roche (+0,3%) etwas hinterher hinken. Fundamentale News gibt es zu Gesellschaften keine. Nestlé als defensiver Nahrungsmittel-Hersteller hatten zuletzt allerdings Mühe, mit dem Gesamtmarkt mitzuhalten. Händler sprechen hier auch von einem Entlastungs-Sprung, da der US-Babynahrungshersteller Mead Johnson voraussichtlich an Reckitt Benckiser und nicht an Nestlé gehe. Die Pharmawerte ihrerseits waren im Zusammenhang mit der Politik der neuen US-Administration zuletzt sehr volatil.

An der Spitze der Blue Chips sind ausserdem die Grossbankenwerte Credit Suisse (+1,6%) und UBS (+1,0%) zu finden. Die CS-Papiere hatten am Vortag im Zusammenhang mit den schwachen Jahreszahlen der Deutschen Bank deutlich an Wert eingebüsst und legen damit einen Erholungskurs ein. Marktkreise verweisen allerdings auch hier auf Donald Trump. Der neue Präsident werde am Mittag (Ortszeit) mehrere Dekrete unterzeichnen, die das Wall-Street-Reformpaket "Dodd-Frank Act" auf den Prüfstand stelle bzw. die Finanzmarktregulierung aufweichen würden. Nicht davon profitieren können derweil Julius Bär (-1,2%), die am Schluss der Tabelle liegen.

Freundlich zeigen sich Syngenta (+0,6%). Die Papiere des Basler Agrochemie-Multis hatten am Donnerstagnachmittag ins Plus gedreht, nachdem Nachrichtenagenturen mit Berufung auf Insider über die Bewilligung der EU-Kommission für die Übernahme durch ChemChina berichtet hatten. Syngenta wird nächste Woche über das vergangene Geschäftsjahr berichten.

Im Fokus stehen ausserdem nochmals die Titel der Swatch Group (-0,7% auf 351,70 CHF), dies nach der Zahlenvorlage für das vergangene Jahr 2016 vom Vortag. Die Titel hatten sich am Donnerstag nach einer sehr schwachen Eröffnung schnell erholt und dann sogar im Plus geschlossen. Nun haben sich diverse Analysten vertieft dazu geäussert und ihre Kursziele zum Teil angepasst. Die meisten sind allerdings weiterhin vorsichtig, was die Aussichten an betrifft und setzen ihre Kursziele unter dem aktuellen Kurs an. Die Papiere des Konkurrenten Richemont (-0,1%) gehören ebenfalls zu den wenigen Verlierern.

Neben Syngenta werden in der kommenden Woche unter den Blue Chips auch noch ABB (+0,2%), Swisscom (+0,1%) oder Zurich Insurance (+0,1%) über das vergangene Geschäftsjahr berichten.

Im breiten Markt gehören u.a. New Venturetec (+8,6%), Highlight&Event (+3,9%) oder SHL (+3,2%) zu den grössten Gewinnern, während Bucher (-3,2%, Rückstufung durch CS), SNB (-2,8%) oder Hypo Lenzburg (-1,8%) klar im negativen Bereich notieren.

(AWP)