Grossbanken - Schnappt sich die UBS Teile der Commerzbank?

Die UBS und andere Banken könnten laut einem Medienbericht an Konzernteilen der deutschen Commerzbank interessiert sein. Die Spekulationen sind allerdings nicht neu.
26.11.2017 18:20
Commerzbank-Filiale in Frankfurt.
Commerzbank-Filiale in Frankfurt.
Bild: cash

Ein Strategieteam der UBS sei "mit Hochdruck daran, verschiedene Szenarien zu prüfen", berichtet die "NZZ am Sonntag" in ihrer jüngsten Ausgabe mit Berufung auf einen Insider. Interessiert an einer Übernahme sind laut dem Bericht auch die italienische Unicredit sowie die französischen Banken Crédit Agricole und BNP Paribas. Solche Namen sind indes schon länger in Börsenkreisen im Umlauf.

Tatsächlich erscheine eine komplette Übernahme der zweitgrössten deutschen Bank laut "NZZ am Sonntag" als unwahrscheinlich. Zu unattraktiv sei das wenig rentable Kleinkundengeschäft in Deutschland. Die Commerzbank habe aber auch einige "attraktive Filetstücke" zu bieten, etwa wenn sie bei einem Rückzug auf das Kerngeschäft nicht-strategische Teile veräussere. 

Martin Blessing, der derzeitige Chef des Schweizer Geschäfts der UBS, kennt die Commerzbank übrigens in- und auswendig.  Er war CEO der Commerzbank von 2008 bis Ende April 2016. Anfang September 2016 trat er seinen Job bei der UBS an. Auch UBS-Präsident Axel Weber ist mit der Commerzbank vertraut. Er hat 2008 als damaliger Bundesbank-Präsident die staatliche Rettung der Commerzbank koordiniert.

Deutschland besitzt noch immer 16 Prozent an der Commerzbank. Das deutsche Bundesfinanzministerium sagte bereits Ende September betreffend Übernahme-Spekulationen, dass  es keine Verhandlungen gebe und dass keine Investmentbank beauftragt sei. 

Eine UBS-Sprecherin erklärte am Sonntag auf Anfrage, dass die Bank zu Gerüchten in den Medien keine Stellung beziehe.

(AWP/cash)