Grossbanken Schweiz - UBS übertrifft die Gewinnprognosen klar

Die UBS erzielte im ersten Quartal einen Reingewinn, der deutlich über den Erwartungen des Marktes liegt. Mitverantwortlich dafür war der wiedererwachte Risikoappetit der Kunden.
28.04.2017 08:05
UBS-Chef Sergio Ermotti.
UBS-Chef Sergio Ermotti.
Bild: cash

Die UBS ist dank anziehender Erträge im Kerngeschäft Vermögensverwaltung und einer guten Entwicklung der Investmentbank gut ins Jahr gestartet. Der Reingewinn im ersten Quartal betrug 1,3 Milliarden Franken, wie die UBS am Freitagmorgen bekanntgab. Analysten hatten im Schnitt mit rund 900 Millionen Franken gerechnet. Der Reingewinn im Vorjahresquartal belief sich auf 707 Millionen Franken.

Wie die anderen grossen Bankenplayer profitierte auch die UBS im mersten Quartal, das in der Regel das beste ist für Banken, von der etwas verbesserten Stimmung bei den Kunden. Viele der reichen Kunden der Bank hatten sich in den vergangenen Quartalen mit neuen Investitionen und Transaktionen zurückgehalten, weil ihnen das politische und wirtschaftliche Umfeld angesichts wichtiger Weichenstellungen wie der Brexit-Abstimmung und den Wahlen in den USA zu unsicher erschienen war.

Doch seither hellte sich die Stimmung auf - nicht zuletzt wegen der Börsenrally nach der Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Auch bei den Kunden in Asien stieg daraufhin der Risikoappetit und sie handelten wieder mehr. Davon profitierte letztlich die UBS - und auch Konkurrentin Credit Suisse. Sie hat in der Periode von Januar bis März einen Gewinn von 596 Millionen Franken erzielt und lag damit über den Erwartungen der Analysten. 

"Trotz uneinheitlicher Marktverhältnisse und Kundenaktivität trugen sämtliche Unternehmensbereiche und Regionen zum gesteigerten Ergebnis bei", schreibt die UBS in der Mitteilung. Die Stimmung und das Vertrauen der Anleger hätten sich verbessert, was jedoch noch nicht vollumfänglich in einer dauerhaften Belebung der Kundenaktivität spürbar wurde. Die globale wirtschaftliche Erholung dürfte sehr wahrscheinlich anhalten, so die UBS weiter.

Aktie hinkt SMI hintennach

Ähnlich wie die meisten Konkurrenten konnte auch die UBS ihre Erträge im ersten Quartal deutlich steigern. So erhöhte sich der Geschäftsertrag um gut 10 Prozent auf 7,5 Milliarden Franken. Der Geschäftsaufwand blieb mit 5,8 Milliarden Franken stabil, die Cost-Income-Ratio verbesserte sich damit auf 77,6 Prozent nach 85,7 Prozent im Vorjahr.

Bei der vermögenden Kundschaft sammelte die UBS im ersten Quartal 20,5 Milliarden Franken an Neugeldern ein. Ende 2016 hatte UBS hier noch milliardenschwere Abflüsse hinnehmen müssen, weil Steuerflüchtlinge aus vielen Teilen der Welt ihre Gelder abgezogen oder Steuerschulden beglichen hatten. Doch auch im Schweiz-Geschäft, in dem die Bank auch bei Privat- und Firmenkunden vertreten ist, lief es zu Jahresbeginn gut. Zudem schnitt die Investmentbank besser ab als noch vor Jahresfrist.

Bei der Beilegung noch laufender Rechtsfälle befindet sich die UBS hingegen weiterhin in der Warteschleife. Konzernweit lagen die Rückstellungen für Rechtsfälle Ende März bei 2,9 Milliarden Franken nach 3,26 Milliarden Ende 2016. Dazu zählen unter anderem Verfahren wegen Tricksereien am US-Immobilienmarkt. Konkurrenten wie die Deutsche Bank und Credit Suisse haben sich hier bereits mit dem US-Justizministerium geeinigt. Zudem steht die UBS im milliardenschweren Steuerstreit mit Frankreich vor einem Gerichtsverfahren.

An dem Ziel, die Kosten bis Ende 2017 um 2,1 Milliarden Franken zu senken, hält die Bank fest. Ende März hatte sie 1,7 Milliarden davon erreicht.

(cash/Reuters/AWP)