Grossbanken ziehen den SMI ins Minus

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit moderaten Verlusten in den Handel gestartet, hat diese aber in der Folge klar ausgeweitet.
13.10.2015 10:50
Paradeplatz Zürich: Die Bankaktien stehen am Dienstagmorgen im Regen.
Paradeplatz Zürich: Die Bankaktien stehen am Dienstagmorgen im Regen.

Der SMI hielt dabei das am Vortag erreichte Niveau von über 8'700 Punkten nicht. Die Vorgaben aus den USA waren zwar leicht positiv. Generell mangelt es aber an klaren Impulsen, was viele Investoren offenbar ängstlich werden lässt. Im Fokus sind Kühne+Nagel, nachdem der Logistikkonzern vorbörslich Zahlen vorgelegt hat.

"Die Märkte warten auf die Ergebnismeldungen der US-Berichtssaison", heisst es in einem Analystenkommentar vom Dienstagmorgen. Nach der Enttäuschung durch Alcoa in der letzten Woche erhofften sich die Investoren mit den heute anstehenden Resultaten von JP Morgan, Johnson&Johnson und Intel (nachbörslich) mehr Einblicke in die Solidität der US-Unternehmen. Auch in der Schweiz stehen im Wochenverlauf weitere Resultate von Blue Chips auf der Agenda, und zwar von Syngenta und Nestlé.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 09.30 Uhr 0,74% auf 8'641,62 Punkte. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 0,86% auf 1'282,73 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,66% auf 8'842,00 Zähler. Von den 30 Blue Chips notieren 27 im Minus und 3 im Plus.

Kühne+Nagel im Aufwind

Positiver Ausreisser sind Kühne+Nagel (+4,4%). Der Logistikdienstleister hat in den ersten neun Monaten 2015 bei einem rückläufigen Umsatz die Profitabilität gesteigert. Die ausgewiesenen Zahlen lagen beim Betriebsgewinn und Reingewinn klar über den Prognosen der Analysten. Die Aussagen zur diesjährigen Margenentwicklung fallen zudem leicht optimistischer aus als anlässlich der Halbjahresergebnispräsentation.

Im Plus sind abgesehen davon nur noch Sonova (+1,5%) und Galenica (+1,4%). Konkrete News liegen von Sonova vor. Der Hörgerätehersteller stellt anlässlich eines Investorentages im Vorfeld des Hörgeräteakustiker-Kongresses EUHA neue Produkte vor.

Das grosse Verliererfeld wird von LafargHolcim (-3,0%) angeführt, die schon am Vortag nach einem überraschenden Wechsel auf dem Posten des Finanzchefs abgesackt waren. Nun senkt die Deutsche Bank wegen dieses Wechsel das Kursziel für die Aktien. Gleichwohl empfiehlt die zuständige Analystin das Papier unverändert zum Kauf, auch wenn die Währungssituation und das aktuelle Marktumfeld nicht gerade hilfreich seien.

Markante Verluste verzeichnen ausserdem im Vorfeld der Zahlenpublikation vom Donnerstag Syngenta (-2,7%) sowie die beiden Grossbankentitel von CS (-2,5%) und UBS (-1,3%).

Im Minus sind ferner Transocean (-1,9%), die schon am Vortag wegen des gesunkenen Ölpreises unter die Räder gekommen waren. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass der Titel in der Vorwoche um 27% in die Höhe geschossen war.

Auch die Kurse der Luxusgüter-Papiere von Swatch (-1,8%) und Richemont (-1,3%) zeigen abwärts. Als Grund gelten die neusten Konjunktursignale aus China, das einer der Hauptmärkte für die beiden Unternehmen ist. Chinas Aussenhandel blieb im September trotz der Yuan-Abwertung schwach. Sorgen bereitet vor allem der starke Importrückgang, der sich im September noch einmal beschleunigt hat. Der jetzt elfte Rückgang in Folge gilt als Indiz für die lahmende Binnenkonjunktur Chinas.

Die Schwergewichte, die den Markt am Vortag noch nach oben gezogen hatten, notieren ebenfalls tiefer - auch wenn dieses weniger ausgeprägt ist als jenes des Gesamtmarkts. Novartis geben um 0,5% nach, Roche um 0,4% und Nestlé um 0,3%.

Bossard gut im Schuss

Am breiten Markt richtet sich der Fokus unter anderem auf den Schraubenhändler Bossard (+1,2%), der im dritten Quartal organisch zum Wachstum zurückfand. Klar im Plus sind auch die Papiere des Pharmaunternehmen Addex (+5,2%), nachdem für den Wirkstoff ADX71441 positive Resultate zur Behandlung von Alkoholmissbrauch vorliegen.

Auf der anderen Seite liess eine Senkung der Jahresziele beim Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach (-7,4%) aufhorchen. Vor allem wegen einer schwächeren Nachfrage aus der Öl- und Gasindustrie seien die Auftragseingänge, die Absatzmenge sowie die Umsatzerlöse rückläufig, heisst es zur Begründung.

(AWP)