Grossbankenaktien belasten die Schweizer Börse

Kräftige Kurseinbussen der beiden Grossbanken drücken die Schweizer Börse am sogenannten Hexensabbat ins Minus.
16.09.2016 11:05
Die Aktien der Schweizer Grossbanken (im Bild der Sitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich) lasten am Freitag stark auf dem SMI.
Die Aktien der Schweizer Grossbanken (im Bild der Sitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich) lasten am Freitag stark auf dem SMI.
Bild: cash

Der SMI sinkt bis 11.05 Uhr um 0,2 Prozent auf 8166 Punkte. Am Donnerstag hatte der Leitindex 0,3 Prozent angezogen.

Nachrichten von Unternehmensseite waren rar. Das Hauptaugenmerk vieler Investoren gilt weiterhin der US-Zinspolitik: Von den amerikanischen Inflationsdaten und dem Stimmungsbarometer der Konsumenten der Universität Michigan am Nachmittag erhoffen sich Anleger Hinweise darauf, ob die Federal Reserve die Zinsen bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche anheben wird. "Die Blicke der Anleger richteten sich bereits auf die kommende Woche und die dann anstehenden Notenbank-Entscheidungen in Japan und vor allem in den USA", erklärte ein Marktteilnehmer. Angesichts der jüngsten Signale aus der Wirtschaft werde es immer unwahrscheinlicher, dass die US-Notenbank bereits in der kommenden Woche weiter an der Zinsschraube drehe.

Für Bewegung könnte im Tagesverlauf der grosse Quartalsverfall an der Terminbörse Eurex sorgen. Sowohl Index-Optionen und -Futures als auch Optionen auf einzelne Aktien werden fällig. Das sorgt oft für hohe Umsätze und zum Teil grosse Kursausschläge.

Hiobsbotschaft aus Deutschland lässt Grossbankaktien absacken

Im Mittelpunkt stehen Credit Suisse und UBS. Nach einer Hiobsbotschaft für die Deutsche Bank gingen auch die Aktien der beiden Schweizer Grossbanken auf Talfahrt: UBS sinken um 2,2 Prozent und Credit Suisse fallen um 4,7 Prozent und tragen damit massgeblich zum SMI-Rückgang bei. Beide Werte gehören zu den grössten Verlierern unter den europäischen Bankwerten. An der Spitze der Verliererliste stehen mit einem Kursabschlag von 6,9 Prozent die Titel der Deutschen Bank. Dem grössten deutschen Geldhaus droht wegen Tricksereien auf dem amerikanischen Immobilienmarkt eine 14 Milliarden Dollar schwere Strafzahlung.

Auch andere Finanzwerte stehen im Abseits. Die Anteile des Vermögensverwalters Julius Bär geben 1,1 Prozent nach. Die Versicherungstitel Swiss Life, Swiss Re und Zurich verlieren jeweils mehr als ein halbes Prozent.

Auch von konjunkturzyklischen Werten lassen die Investoren die Finger. Die Aktien des Personalvermittlers Adecco, des Zementproduzenten Lafarge-Holcim sowie der beiden Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch verlieren um 1 Prozent an Wert.

Grossaktionäre setzen ABB unter Druck - Aktie fällt

ABB werden um 0,5 Prozent tiefer gehandelt. Ein dritter Grossaktionär setzt die Spitze des Elektrotechnikkonzerns unter Druck. Nordea Asset Management äussert Zweifel, ob die Netzwerktechniksparte Teil des Schweizer Unternehmens bleiben sollte.

Unterstützung für den SMI gibts von den als krisenfest geltenden Pharma-Schwergewichten. Die Novartis-Aktien legen 0,5 Prozent zu. Das Medikament AMG334/Erenumab des Basler Arzneimittelherstellers reduzierte in klinischen Tests der Phase II die Zahl von Migränefälle pro Monat um 50 Prozent. Bei Patienten, die ein Placebo erhielten, betrug der Rückgang nur 24 bis 40 Prozent. Ein Top-Manager von Novartis hatte zudem am Donnerstag einen Verkauf der Augenheilsparte Alcon nicht ausgeschlossen. Die Genussscheine von Rivalin Roche rücken 0,8 Prozent vor.

Am breiten Markt verlieren die Logitech-Aktien 0,2 Prozent. Der Computerzubehörhersteller kauft der US-Firma Mad Catz Interactive für 13 Millionen Dollar in bar deren Saitek-Konsolen für Flugsimulatorspiele ab.

(Reuters/cash)