Grossinvestor kauft bei Schweizer Aktien zu

BlackRock, der weltgrösste Vermögensverwalter, hat in den letzten Tagen an der Schweizer Börse bei vier bekannten Unternehmen Aktien zugekauft. cash sagt wo und in welcher Grössenordnung.
29.03.2016 08:30
Von Lorenz Burkhalter
In wenigen Wochen wird ein Geldregen über die Aktionäre von Flughafen Zürich hereinprasseln. Davon will auch BlackRock profitieren.
In wenigen Wochen wird ein Geldregen über die Aktionäre von Flughafen Zürich hereinprasseln. Davon will auch BlackRock profitieren.
Bild: ZVG

BlackRock ist Wächter über die astronomische Summe von 4700 Milliarden Dollar. Das macht die Amerikaner zum grössten Vermögensverwalter der Welt. Mit Philipp Hildebrand sitzt auch sogar ein einstiger Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Top-Management.

Wenn BlackRock bei einem börsengehandelten Unternehmen Aktien zukauft, dann hat das alleine schon aufgrund der Finanzkraft des Vermögensverwalters Signalwirkung für andere Marktteilnehmer. Wie Offenlegungsmeldungen an die Schweizer Börse SIX zeigen, hat BlackRock in den letzten Tagen gleich bei vier bekannten Unternehmen aus der Schweiz die Beteiligung erhöht.

Insbesondere die Aktie von Logitech scheint es den Amerikanern angetan zu haben. Mitte März überschritt der weltgrösste Vermögensverwalter beim Peripheriegerätehersteller aus Lausanne den meldepflichtigen Schwellenwert von 3 Prozent. In den darauffolgenden Tagen kaufte er weitere Aktien zu und hält neuerdings 3,6 Prozent der Stimmrechte.

Ein Faible für Rendite-Perlen

Unter Bracken Darrell ist Logitech in den vergangenen zwei Jahren ein beeindruckender Turnaround gelungen. Problembehaftete Bereiche wie die amerikanische Tochter LifeSize wurden abgespaltet und das Kerngeschäft mit Peripheriegeräten gestrafft. Heute herrscht bei Logitech die Firmen-Kultur eines Start-up-Unternehmens, so sagt man.

Ebenfalls in zwei Schritten baute BlackRock zuletzt die an Flughafen Zürich gehaltene Beteiligung aus. Mittlerweile kontrollieren die Amerikaner 3,54 Prozent der Stimmen. Davon entfallen 3,14 Prozent auf die Namenaktie selber, der Rest über Derivate.

Beim Zeitpunkt für diesen Beteiligungsausbau dürfte es sich um mehr als um einen blossen Zufall handeln. Vor gut zwei Wochen gab der in den letzten Jahren sehr erfolgreiche Flughafenbetreiber bekannt, dass er den Aktionären über die ordentliche Ausschüttung von 15 Franken pro Titel hinaus eine Sonderdividende aus Kapitaleinlagereserven in Höhe von 16 Franken entrichten wolle. Gesamthaft entspricht dies einer Rendite von 3,7 Prozent.

Wette auf eine besser laufende Konjunktur

Auch bei Swiss Re kaufte BlackRock zuletzt wacker zu und erhöhte den Stimmenanteil so von 4,96 auf 5 Prozent. Die Aktie des in Zürich beheimateten Rückversicherungskonzerns gilt ebenfalls als eine Rendite-Perle. Ende April wird den Anteilseignern eine Dividende von 4,60 Franken je Aktie ausbezahlt, wovon sich eine Rendite von 5,2 Prozent ableiten lässt. Parallel dazu kauft Swiss Re laufend eigene Aktien zurück.

Eher überraschend kommt für Beobachter der Beteiligungsausbau von 5 auf 5,22 Prozent bei Adecco. Nach einem personellen Aderlass an der Unternehmensspitze und mehreren Ergebnisenttäuschungen in Folge steht der Westschweizer Stellenvermittler nicht gerade hoch in der Gunst der Anleger. Es dürfte sich dabei denn auch um eine Wette auf eine besser laufende Konjunktur in Europa handeln, so sind sich Händler einig.