Gut gelaunte Anleger an der Schweizer Börse

Das Bekenntnis der US-Notenbankchefin Janet Yellen zu einem behutsamen Vorgehen bei der Straffung der Geldpolitik hat am Mittwoch die Anleger an der Schweizer Börse zu Käufen ermuntert.
30.03.2016 17:40
Hat mit ihrer Ansprache weltweit für Schub an den Börsen gesorgt: Fed-Chefin Janet Yellen.
Hat mit ihrer Ansprache weltweit für Schub an den Börsen gesorgt: Fed-Chefin Janet Yellen.
Bild: pixabay.com

Händler sagen, Yellen habe die Sorgen der Anleger über möglicherweise aggressive Zinsanhebungen in diesem Jahr gedämpft und grünes Licht für einen freundlichen Start der Aktienbörsen ins zweite Quartal gegeben. Der SMI legt bis Handelsschluss um 0,6 Prozent auf 7845 Punkte zu. Am Vortag hatte der Leitindex 0,3 Prozent zugelegt.

Yellen verwies auf einer Veranstaltung in New York auf Risiken für die Weltwirtschaft. Sie nannte es daher angemessen, dass die Zentralbank weiter "vorsichtig" vorgehen werde. "Damit machte Frau Yellen gleich sämtliche Spekulationen auf eine Zinserhöhung an der nächsten Fed-Sitzung zunichte", sagt ein Händler.

Für zusätzlichen Rückenwind sorgten besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten. Die US-Firmen schufen dem Arbeitsvermittler ADP zufolge im März 200'000 Jobs. Weiteren Aufschluss über die Entwicklung am Arbeitsmarkt dürfte der offizielle Bericht der Regierung am Freitag geben.

Zykliker profitieren von gefallenem Dollarkurs

Der Lafarge-Holcim mit einem Kursgewinn von 6,3 Prozent. Marktteilnehmer erklären zudem, dass Anleger nach den Investorenpräsentationen in den USA nach den Titeln des Zementriesen gegriffen hätten.

Mit einem Kursplus von 3,7 und 3,1 Prozent folgen die Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Personalvermittlers Adecco bauen die Gewinne auf rund 2 Prozent aus.

Bei den mehrheitlich freundlich tendierenden Bankaktien schwingen die Titel der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel mit 1,6 und 2,2 Prozent nach oben aus. Credit Suisse und UBS wurden um 1,2 und 1,1 Prozent höher gehandelt.

Novartis-Aktie weiter unter Druck

Die einzigen Standardwerte, die sich abschwächen sind Syngenta sowie die Pharmatitel Novartis und RocheHändler verweisen darauf, dass es noch einige Hindernisse gebe, die die Übernahme von Syngenta durch Chemchina gefährden könnten.

Novartis ermässigen sich um 0,5 Prozent. Der Pharmakonzern sieht sich Korruptionsvorwürfen in den USA und in der Türkei ausgesetzt. Die Novartis-Aktie hat im laufenden Jahr fast ein Fünftel an Wert eingebüsst und ist damit nach den beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS der Standardwert mit der schlechtesten Entwicklung im ersten Quartal.

Newron-Aktie stürzt nach schlechter Nachricht ab

Am breiten Markt falllen die Aktien von Newron auf, die um fast ein Drittel auf 16,05 Franken abstürzen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA verlangt von Newron weitere Untersuchungen, um das Abhängigkeits- und Missbrauchs-Potenzial von Xadago einschätzen zu können.

Die Aktien von Evolva sausen um gut ein Fünftel auf 0,72 Franken in die Tiefe. Der Nahrungsmittelzusätzehersteller ist 2015 tiefer in die roten Zahlen gerutscht und hat einen Nettoverlust von 31,8 Millionen Franken verbucht - nach minus 21,8 Millionen Franken im Jahr davor. Zudem verzögert sich die Markteinführung des gemeinsam mit Cargill entwickelten Süssstoffs wegen zu hoher Produktionskosten.

Eine Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs drückt die Anteile des Telekommunikationsunternehmens Sunrise um 3 Prozent.

Die Aktien von Schmolz+Bickenbach legen 6,4 Prozent zu. Europaweit waren Anteile der Stahlkocher gefragt. Der Index, in dem auch der deutsche Rivale Thyssen-Krupp enthalten ist, gewinnt knapp 2 Prozent.

(Reuters)