Gute Firmenresultate locken Anleger an die Schweizer Börse

Gute Firmenergebnisse haben der Schweizer Börse am Mittwoch Schub verliehen. Händler erklären, wachsende Zuversicht habe die Anleger zu Aktien greifen lassen.
20.07.2016 17:40
Der Mittwoch war nicht nur wettermässig ein heisser Tag, auch an der Schweizer Börse stiegen die Kurse kräftig.
Der Mittwoch war nicht nur wettermässig ein heisser Tag, auch an der Schweizer Börse stiegen die Kurse kräftig.
Bild: cash

Der SMI steigt bis Börsenschluss um 1,1 Prozent auf 8197 Punkte. Besonders gesucht waren Aktien aus den Bereichen Gesundheit und Finanz. Am Dienstag hatte der Leitindex 0,6 Prozent verloren.

Für positive Stimmung bei den Anlegern sorgt derzeit vor allem die gut angelaufene Bilanzsaison. "Eine deutliche Mehrheit von Firmen übertrifft mit dem Ergebnis doch die Erwartungen", sagt ein Anlagestratege. "Das stützt die Märkte neben all den anderen Unwägbarkeiten." Von einem Kaufrausch könne aber nicht die Rede sein, die Marktteilnehmer seien eher skeptisch. Die Anleger setzten vor allem auf Aktien, weil es an Anlagealternativen fehlte. Dazu komme das Versprechen der Notenbanken, am Gaspedal zu bleiben. "Solange das so ist, werden wir keine richtige Korrektur sehen", sagte der Marktexperte.

Spitzenreiter im SMI sind Pharmatitel. Die Novartis-Aktie zieht um 2,2 Prozent an. Die Aktien des Biotechnologieunternehmens Actelion rücken 2,1 Prozent vor und erreichen ein neues Allzeithoch. Der Genussschein von Roche legt 1 Prozent zu. Roche und Actelion wollen am Donnerstag ihre Halbjahresberichte veröffentlichen und Analysten prognostizieren zweistellige Gewinnzuwächse. Der Zwischenbericht von Novartis am Dienstag war durchzogen: Zwar waren die Zahlen besser als erwartet, aber die Kosten für die Markteinführung des Herzmedikaments Entresto trüben die Gewinnaussichten. "Wichtig für uns aber ist: Mehr Upside als Downside", erklärte Analyst Michael Nawrath von der Zürcher Kantonalbank. 

Lonza nach Semesterzahlen im Höhenflug

Zu den am stärksten gefragten Werten gehörte Lonza: Die Aktien des Pharma-Zulieferers schnellten 5,8 Prozent hoch. Der Basler Konzern hob nach einem Gewinnsprung im ersten Halbjahr seine Prognose für das Gesamtjahr an. Für den bereinigte Betriebsgewinn stellte das Unternehmen nun ein Wachstum um einen zweistelligen Prozentbetrag in Aussicht. Vontobel-Analystin Carla Bänziger sprach von einer "fantastischen Leistung" der Sparte Pharma & Biotech.

Auch die Aktien der Grossbaken waren gefragt. UBS erzielt ein Plus von 1,6 Prozent. Die Titel der Konkurrentin Credit Suisse rücken 1,3 Prozent vor. Die US-Investmentbank Morgan Stanley schnitt im zweiten Quartal besser ab, als Analysten erwartet hatten. Der Nettogewinn sank zwar auf 1,43 Milliarden Dollar, übertraf dank Einsparungen aber die Erwartungen. Wie die Schweizer Konkurrentinnen UBS und Credit Suisse will auch Morgan-Stanley-Chef James Gorman die Bank unabhängiger vom schwankungsanfälligen Handel machen und die stabilere Vermögensverwaltung ausbauen. Die beiden Schweizer Grossbanken berichten genau wie Julius Bär kommende Woche über das erste Halbjahr. Die Bär-Aktien gewinnen 0,8 Prozent. Zu den Kursgewinner gehören auch die Versicherungen. Swiss Life werden um 0,9 Prozent höher bewertet.

Auch bei Panalpina griffen die Anleger nach anfänglichem Zögern zu. Die Aktien des Logistikkonzerns machten Eröffnungsverluste mehr als wett und notieren 7,5 Prozent höher. Panalpinas Gewinn hat sich im ersten Halbjahr auf 21,8 Millionen Franken in etwa halbiert. Grund dafür sind Kosten für Restrukturierungen wegen des schwächelnden Öl- und Gasgeschäfts in Höhe von 26 Millionen Franken. Die Anleger setzen darauf, dass die schlechten Nachrichten nun auf dem Tisch liegen. "Bereinigt um die Restrukturierungskosten wäre das Quartalsresultat leicht höher als erwartet ausgefallen", erklärte ZKB-Analyst Marco Strittmatter.

Givaudan und SGS weiter in der Negativspirale

Nur drei der insgesamt 20 SMI-Bluechips gaben nach. Bei Givaudan hielten die Gewinnmitnahmen nach den guten Quartalszahlen an. Die Aktien von SGS sinken 0,6 Prozent, nachdem der Prüfkonzern die Anleger Anfang Woche mit dem Zwischenbericht nicht restlos überzeugt hatte. Auch die Titel des Uhrenkonzerns Swatch verlieren Boden. Die Anschläge in Nizza und der Putschversuch in der Türkei verprellen die Touristen und trüben die Geschäftsaussichten der Branche.

Georg Fischer klettern 3,8 Prozent. Der Anlagenbauer steigerte den Gewinn im ersten Halbjahr um 36 Prozent auf 109 Millionen Franken. In der zweiten Jahreshälfte rechnet das Unternehmen mit einem vergleichbaren Resultat wie in den ersten sechs Monaten und im ganzen Jahr mit einem Ergebnis, das mit den langfristigen Zielsetzungen übereinstimmt. Die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB ziehen am Tag vor dem Quartalsbericht 0,9 Prozent an.

(Reuters)