Gute US-Daten - Schweizer Börse grenzt im Sog der Wall Street Verluste ein

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nach einem über weite Strecken schwächeren Verlauf im Fahrwasser anziehender Kurse an der Wall Street die Verluste praktisch aufgeholt.
28.03.2017 17:30
Die Aktien der UBS waren am Dienstag gesucht.
Die Aktien der UBS waren am Dienstag gesucht.
Bild: cash

Ein unerwarteter Anstieg des US-Konsumentenvertrauens leitete eine Erholung ein, sagten Händler. Der SMI notierte mit 8597 Punkten nur geringfügig leichter als am Vortag.

US-Präsident Donald Trump und das Scheitern seiner Gesundheitsreform seien nach wie vor ein Thema, das die Anleger beschäftige. "Die Anleger hoffen, dass Trump mit anderen Vorhaben mehr Erfolg hat", sagte ein Händler. Doch dies werde sich erst zeigen müssen. Die Chancen für eine Wiederaufnahme der Trump-Rallye würden allerdings als eher gering eingestuft. "Hoffen wir, dass die Konjunktur schon genug Eigendynamik hat, um die Markterwartungen zu erfüllen", sagte ein Börsianer.

Weitere Impulse könnten später noch von Reden von Vertretern der US-Notenbank ausgehen. Am frühen Abend spricht unter anderen auch Fed-Chefin Janet Yellen. "So kurz nach einer Zinserhöhung ist aber nicht viel zu erwarten", sagte ein Händler.

Dufry im Fokus

Im Fokus der Anleger standen die Aktien von Dufry, die nach einem Bericht des "Wall Street Journal" 3,5 Prozent auf 144 Franken stiegen. Laut der Zeitung will sich der chinesische Mischkonzern HNA an dem Duty-free-Shop-Betreiber beteiligen. Es sei unklar, ob HNA das Management von Dufry bereits kontaktiert habe. HNA hatte voriges Jahr die Schweizer Bordverpflegungsfirma Gategroup übernommen. Die Bank Vontobel sprach von einer für Dufry interessanten Option, weil die Firma dadurch besseren Zugang in China erhielte.

Als Bremse der Erholung wirkten die Kurseinbussen beim Marktschwergewicht Nestle, dessen Aktien um 0,5 Prozent nachgaben. Damit befand sich der Nahrungsmittelriese im Einklang mit den europäischen Mitbewerbern. Der Branchenindex schwächte sich ebenfalls ab.

Die Titel der beiden ebenfalls als krisenresistent geltenden Pharmakonzerne Novartis und Roche traten praktisch auf der Stelle. Roche waren 0,1 Prozent im Plus. Der Krebsspezialist führt einen Test zur Erkennung des humane Papillomavirus (HPV) für sein Diagnosesystem Cobas 6800/8800 ein. HPV gilt als Hauptursache von Gebärmutterhalskrebs und kann auch dazu verwendet werden, gefährdete Frauen zu identifizieren.

Die Anteile von Basilea sanken um 1,8 Prozent. Der zuletzt stark spekulativ gesuchte Pharmatitel konsolidiere den jüngsten Anstieg, hiess es.

Die Aktien der Banken legten mehrheitlich zu. UBS rückten um 1 Prozent vor und Credit Suisse gewannen ebenfalls 1 Prozent. Die zweitgrösste Schweizer Bank will so bald wie möglich darüber entscheiden, wie sie ihr Kapital stärken kann. "Wir verstehen, dass der Markt Klarheit braucht und wir wollen die unbedingt liefern", sagte CEO Tidjane Thiam auf einer Anlage-Konferenz des Instituts in Hongkong.

Die Assekuranztitel dagegen traten an Ort. Die Zurich-Aktien schlossen unverändert. Der Versicherungskonzern war am Vortag Spekulationen um eine milliardenschwere Kapitalerhöhung entgegengetreten.

Die Anteile zyklischer Firmen zeigten sich richtungslos. ABB, Clariant und Geberit zogen rund 0,5 bis 1 Prozent an. Die Papiere der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch gaben dagegen 0,3 Prozent nach. 

Am breiten Markt drehten Newron nach einem schwachen Start in die Gewinnzone. In Mailand fand die Generalversammlung des Unternehmens statt.

Bei den Aktien von Meyer Burger ging die Berg- und Talfahrt weiter. Der Titel notierte mit 3,5 Prozent im Minus.

Die Anteile von Implenia legten 1,4 Prozent zu. Das Bundesgericht hat die Urteile des Obergerichts Zürich im Zusammenhang mit Mehrkosten beim Bau des Stadions Letzigrund und des Parkhauses Hardau aus formellen Gründen aufgehoben und an das Obergericht Zürich zurückgewiesen.

Die Aktien von Leonteq stiegen um 5,2 Prozent. Händler sprachen von einer technischen Erholung nach der jüngsten Verkaufswelle. Die Aktien der Derivat-Boutique zählen zu den stark leerverkauften Schweizer Aktien.

Die Anteile der GAM Holding gewannen 0,9 Prozent. Der aktivistische Hedge Fund RBS des Investors Rudolf Bohli drängt gemäss eines Berichts auf der Onlineseite der "Finanz und Wirtschaft" (vom Dienstag) auf Kostensenkungen bei dem Asset Manager um rund 100 Millionen Franken. Wie Reuters bereits am 6. März berichtet hat, will RBS auch den Chef des Vermögensverwalters ersetzen. 

(Reuters)