Halbjahresergebnis - Swiss Life wächst rasant - Aktie gibt Gewinne preis

Swiss Life übertrifft in der ersten Jahreshälfte selbst die optimistischsten Analystenerwartungen. Das wiederum schürt Dividendenfantasien. Die Aktie des Lebensversicherers kann die frühen Kursgewinne nicht halten.
14.08.2018 11:49
Von Lorenz Burkhalter
Patrick Frost ist CEO der Swiss-Life-Gruppe.
Patrick Frost ist CEO der Swiss-Life-Gruppe.

Mit der Aktie von Swiss Life liess sich im bisherigen Jahresverlauf kaum Geld verdienen. Das könnte sich nun ändern, wartet der traditionsreiche Lebensversicherungskonzern doch mit einem ziemlich überzeugenden Halbjahresergebnis auf.

Nicht nur bei den vereinnahmten Prämien und Kommissionserträgen, auch auf den Stufen Betriebsgewinn und den Aktionären anrechenbarer Reingewinn werden selbst die optimistischsten Analystenerwartungen übertroffen. Dasselbe lässt sich von der Eigenkapitalentwicklung sagen.

An der Schweizer Börse SIX gibt die Swiss-Life-Aktie ihre anfänglichen Kursgewinne wieder preis. Nach einem frühen Vorstoss bis auf 355 Franken verliert sie zur Stunde 0,1 Prozent auf 349,60 Franken.

Vermögensverwaltung vor einer besseren zweiten Jahreshälfte

Der Versicherungsanalyst der UBS Investmentbank beurteilt den vorliegenden Zahlenkranz als gut. Gefallen findet er insbesondere am prozentual zweistelligen Wachstum bei den bereinigten Kommissionserträgen sowie an der damit verbundenen Barmittelgenerierung.

Dem UBS-Analysten zufolge haben alle Geschäftsbereiche mit Ausnahme der Vermögensverwaltung in positiver Weise zum Gruppenergebnis beigetragen. Er macht in der Vermögensverwaltung allerdings einmalige Faktoren für das verhaltene Abschneiden verantwortlich. Das Anlageurteil für die Aktie lautet wie bis anhin "Buy", das 12-Monats-Kursziel wird mit 385 Franken angegeben.

Auch sein Berufskollege bei der Zürcher Kantonalbank gewinnt der Geschäftsentwicklung in der ersten Jahreshälfte vorwiegend positive Aspekte ab. Das Ergebnis sei gut und von weiteren operativen Fortschritten getragen, die im Zuge der laufenden Restrukturierung erzielt worden seien, so schreibt er. Angesichts der moderaten Bewertung stuft er die Aktie unverändert mit "Übergewichten" ein.

Ähnlich optimistisch liest sich ein Kommentar aus dem Hause Vontobel. Darin bezeichnet der Autor das Ergebnis als äusserst solide und das erzielte Wachstum als robust. Er sieht sich vom Zahlenkranz vollständig in seiner positiven Anlagebeurteilung bestätigt und wiederholt sowohl die Kaufempfehlung als auch das Kursziel von 410 Franken.

Starker Auftrieb für die Jahresdividende

In den ersten sechs Monaten war die Entwicklung beim Eigenkapital zwar um gut 2 Prozent rückläufig. Mit 15,2 Milliarden Franken fiel die Entwicklung jedoch deutlich besser als erwartet aus. Die Analystenprognosen lagen zwischen 14,2 und 15,1 Milliarden Franken.

Händlern zufolge ist die starke Eigenkapitalbasis eine Grundvoraussetzung für eine von steigenden Dividenden geprägte Ausschüttungspolitik, wie sie Swiss Life nachgesagt wird. Noch unklar sei, ob dabei die Ernennung von Matthias Aellig zum neuen Finanzchef Auswirkungen auf die zukünftige Ausschüttungspolitik habe, so heisst es weiter.

Zumindest bei der UBS rechnet man sich aber schon jetzt gute Chancen auf eine höhere Jahresdividende aus. Ähnlich äussert sich die Bank Vontobel. Sie sieht die steigenden Gebühreneinnahmen und die deutlich bessere Barmittelgenerierung der Dividende für das Geschäftsjahr 2018 stark Auftrieb verleihen.