Halbleiter - AMS steigert sich im Auftaktquartal - und erwartet Verlust

Der Halbleiterhersteller AMS ist im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum markant gewachsen, die Profitabilität hat sich allerdings reduziert.
24.04.2018 06:45
AMS-Logo am Firmensitz im österreichischen Unterpremstätten.
AMS-Logo am Firmensitz im österreichischen Unterpremstätten.
Bild: ZVG

Und für das zweite Quartal stellt das Unternehmen wegen Sondereffekten gar einen operativen Verlust in Aussicht. Der Umsatz hat sich auf 452,7 Millionen US-Dollar beinahe verzweieinhalbfacht, wie das an der SIX kotierte österreichische Unternehmen am Montagabend mitteilt. Die Verkäufe kamen damit im Rahmen der eigenen Zielbandbreite (440-490 Mio USD) zu liegen und entsprachen auch genau dem Analystenkonsens (453 Mio USD).

Der bereinigte operative Gewinn auf Stufe EBIT hat sich zwar auf 77,3 Millionen von 5 Millionen Dollar im Vorjahr vervielfacht, die Bruttomarge reduzierte sich indes um 8 Prozentpunkte auf 36 Prozent. In dieser bereinigten Darstellung fehlen Ausgaben für Akquisitionen und aktienbasierte Vergütungen. Rechnet man diese hinein, liegt der EBIT noch bei 46,5 Millionen und die Bruttomarge bei 33 Prozent.

Der bereinigte Reingewinn wird mit 99,9 Millionen angegeben, nach einem Verlust von 19,9 Millionen Dollar im Vorjahr. Das rapportierte Reinergebnis nach IFRS erreicht 77,1 Millionen. Der EBIT lag im Rahmen der Erwartungen der Analysten, der Reingewinn dagegen klar darüber.

Umsatzrückgang und Verlust

AMS erklärt das starke Wachstum mit "kundebezogenen Volumeneffekten". Im zweiten Quartal wird dann der Umsatz aber gemäss der Prognose auf 220 bis 250 Millionen Dollar zurückgehen. Denn im zweiten Quartal sei mit einer "signifikanten kurzfristigen Beeinträchtigung aus stark beschleunigten, kundengetriebenen Produktüberleitungen in grossen Smartphone-Programmen" zu rechnen, schreibt das Unternehmen.

Wegen dieser Produkteberleitungen sowie Produktänderungen in einem grossen Consumer-Programm, welche eine Vorproduktion verhindern, sei mit einer "signifikanten Kapazitätsunterauslastung" im zweiten Quartal zu rechnen.

Dies führt auch zu einer negativen bereinigten operativen Marge. Diese prognostiziert AMS für das zweite Quartal auf -20 bis -25 Prozent. Für die Zukunft sei indes nicht mehr mit derartigen kurzfristigen Übergangseffekten zu rechnen. Ab 2019 dürfte die Saisonalität innerhalb eines Jahres weniger ausgeprägt sein.

Auf längere Sicht zeigt sich das Unternehmen weiterhin grundsätzlich zuversichtlich. Trotz des angesprochenen kurzfristigen Volumeneffekts im zweiten Quartal werde die starke Position und das Wachstumspotenzial von AMS in einigen der spannendsten Wachstumsbereiche des Sensorikmarkts durch das ausnehmend starke Marktinteresse unterstrichen, das OEMs in allen Endmärkten zeigen würden, heisst es dazu.

Die mittelfristigen Wachstums- und Profitabilitätsziele für den Zeitraum 2016-2019 und ab 2019 blieben deshalb unverändert bestehen.

(AWP)