«Hände weg von Bitcoins»

Mit JP Morgan durchleuchtet erstmals eine führende Grossbank die Chancen und Risiken der virtuellen Währung Bitcoin für Unternehmen und Anleger. Sie hält den Empfehlungsdaumen nach unten.
12.02.2014 19:55
Von Lorenz Burkhalter
Geht es nach dem Devisenstrategen von JP Morgan, weist der Bitcoin gehörige Nachteile auf.
Geht es nach dem Devisenstrategen von JP Morgan, weist der Bitcoin gehörige Nachteile auf.
Bild: iNg

Die digitale Währung Bitcoin durchlief in den letzten Wochen eine wahrliche Berg- und Talfahrt - auch aus technischen Gründen. Zuletzt bekundeten mehrere grössere Bitcoin-Börsen Probleme, den Handel aufrechtzuerhalten. Das liess den Wechselkurs teilweise auf unter 600 Dollar abstürzen. Zuletzt notierte die  Alternativwährung bei rund 670 Dollar. Das ist weit weg von den Rekordhochs von Mitte Dezember, als Bitcoin auf 1240 Dollar kletterte.

Besser spät als nie, dürfte sich der Währungsstratege von JP Morgan gedacht haben. In einer Studie untersucht er als erster seiner Berufsgilde die Chancen und Risiken des Bitcoin für Unternehmen und Anleger. Während der Stratege für Unternehmen einen gewissen Sinn in der virtuellen Münze sieht, rät er Anlegern entschieden von einem Einstieg ab.

Bitcoin mit Nachteilen gegenüber den gängigsten Währungen

Er wolle nicht technologiefeindlich rüberkommen, so der für JP Morgan tätige Stratege. Dennoch sehe er keinen Grund, im grossen Stil beim Bitcoin einzusteigen. Als Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel weise die Alternativwährung erhebliche Nachteile gegenüber den gängigsten Währungen auf. Dass der Bitcoin zu einem gängigen Zahlungsmittel werde, sei aufgrund seiner fehlenden Grösse und Bedeutung höchst unwahrscheinlich. Die Bedeutung der virtuellen Münze werde nie über die einer Schwellenländerwährung hinausgehen.

Für gewöhnlich würden Anleger einen grossen Bogen um Instrumente mit den Eigenschaften des Bitcoin machen. Der Stratege spricht dabei vor allem die extrem schlechte Handelbarkeit und die starken Kursausschläge an. Der Reiz liege damit beim knappen Angebot, welches sich auf lange Sicht in höheren Kursen entladen könnte.

Andere Banken werden folgen

Unternehmen biete die Alternativwährung dank fehlender oder nur geringer Transaktionskosten gewisse Vorteile. Ausserdem helfe sie dank ihrem Ruf als neue technologische Errungenschaft dem Bekanntheitsgrad. Diese Vorteile stünden jedoch der extrem schlechten Handelbarkeit und starken Kursfluktuationen gegenüber.

Da sich die Euphorie rund um den Bitcoin über die letzten Wochen gelegt hat, ist nicht anzunehmen, dass weitere Banken dem Beispiel von JP Morgan folgen und ebenfalls mit Studien über die Alternativwährung aufwarten werden. Deshalb bedarf es wohl anderer Impulse, um der virtuellen Münze wieder Medienpräsenz einzuhauchen.