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Handel und Dienstleistungen - Wie die DKSH-Aktie wieder zum Höhenflug zurückfinden kann

Die DKSH-Aktie ist in den vergangenen Monaten unter die Räder gekommen. Neue Impulse für den Asien-Dienstleister sind aber möglich, weshalb Anleger die Aktie weiter beobachten sollten.
16.10.2018 13:46
Von Marc Forster
Thailand ist nach wie vor wichigster Markt von DKSH: Der Sky Train im Zentrum von Bangkok.
Thailand ist nach wie vor wichigster Markt von DKSH: Der Sky Train im Zentrum von Bangkok.
Bild: Pixabay

Fällt der Name DKSH, treten vor das innere Auge die Bilder von traditionsreichen Zürcher Handelsfamilien und Häfen in Asien, an denen Waren verladen werden. Aber das Image des "Asienhandelshauses" möchte sich das Unternehmen, das auf die 1860er Jahre zurückgeht, nicht mehr so gern überstreifen. DKSH sieht sich als Dienstleister für Unternehmen, die in Asien tätig sind und dort ihre Präsenz ausbauen möchten.

Der englische Begriff für die Kerntätigkeit des Unternehmens ist Market Expansion Services. Unternehmen können fixe Kosten zu variablen Kosten umwandeln, wenn sie mit DKSH zusammenarbeiten. Bei komplexen Themen sind die Kunden nach wie vor auf DKSH angewiesen. Auch asiatische Firmen wenden sich mehr und mehr an DKSH, um in asiatischen Märkten voranzukommen.

Aber trotz dieser beneidenswerten Marktstellung, welche die Folge einer langen Geschichte ist, ist es DKSH dieses Jahr an der Börse nicht gut ergangen. Das Unternehmen, das sich Anfang 2012 mit einem Aktienpreis bei 46 Franken kotierte, erreichte im Januar zwar einen Höchstwert von 92,65 Franken. Im Vergleich dazu ist der Kurs aktuell mit 65,15 Franken 24 Prozent weniger wert. Den Jahrestiefststand erreichte der Kurs vor wenigen Tagen bei 61,95 Franken.

Der Kurs der DKSH-Aktie seit Anfang Jahr (Grafik: cash.ch)

Auffällig ist, dass der Kurs Mitte Juni innerhalb von wenigen Tagen um 12,5 Prozent einbrach. Spekuliert wurde damals über grössere Verkäufe von wichtigen Aktionären. In der Tat stiessen Grossaktionär Rainer-Marc Frey und der ehemalige DKSH-CEO und heutige Verwaltungsratspräsident Jörg Wolle grössere Mengen Aktien ab. Dazu kam, dass die Grossbank HSBC, der Broker Kepler Cheuvreux wie auch die Credit Suisse die Kursziele senkten.

Das DKSH-Halbjahresergebnis, das im Juli publiziert wurde, verriet ein unerwartet schwaches organisches Wachstum. Die Profitabilität hatte sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verbessert. Das Management musste das Ziel für 2018 aufgeben, den Betriebsgewinn zu steigern. Die Sparten Healthcare, Spezialrohstoffe und Technologie entwickelten sich relativ gut, das Problem bleibt der Bereich Konsumgüter. Dieser war lange der wichtigste Geschäftszweig von DKSH und hat einen Hauptmarkt immer noch in Thailand, wo die Vorläufer des heutigen Konzerns schon im 19. Jahrhundert tätig waren.

Thailand, wo etwa ein Drittel des Umsatzes erzeugt wird, ist seit längerem ein Sorgenkind. So kam die DKSH-Aktie beispielsweise im Oktober 2016 kurzzeitig unter Druck, als der Tod des jahrzehntelang amtierenden König Bhumibol Sorgen um die Stabilität des Landes nährten. Auch die seit 2014 regierende Militärregierung ist ein Unsicherheitsfaktor, wobei das Regime auch grössere öffentliche Investitionen anschiebt, was dem Dienstleistungsgeschäft generell zuträglich ist.

Investitionen drücken den Gewinn

Die Analysten von HSBC, Credit Suisse und Kepler Cheuvreux empfehlen DKSH zum Verkauf, ebenso Helvea. Die UBS, Berenberg und die Zürcher Kantonalbank stufen die Aktie auf neutral. Pascal Furger von der Bank Vontobel hingegen verleiht DKSH nach wie vor ein "Buy". "Das Geschäftsmodell von DKSH ist nachhaltig", sagt er. Das Unternehmen investiere und der Trend zu Outsourcing bestehe weiter. Auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint DKSH nicht besonders zu treffen – allerdings ist das China-Geschäft relativ klein, denn die wichtigste Weltregion für DKSH ist nach wie vor Südostasien.

Die Aktie von DKSH wird dann wieder interessant, wenn die Ebit-Entwicklung mit dem Umsatzwachstum wieder Schritt hält. Was im ersten Halbjahr ja nicht der Fall gewesen ist, vor allem wegen der Invetitionstätigkeit. Ob dies gelingt, ist umstritten: Die Credit Suisse etwa geht davon aus, dass die Gewinne auch weiterhin unter Investitionen leiden werden.

"Immerhin sind sequentiell verbesserte Cash-Flows sichtbar", sagt Pascal Furger. Dies deute darauf hin, dass das Payout-Potential hinsichtlich der Dividenden erhöht werden könnte, oder, dass das finanzielle Gewicht des Unternehmens bei möglichen Übernahmen zunehme. Mit Näherrücken der nächsten Zahlenpräsentation Anfang des nächsten Jahres könne die Aktie wieder mehr Auftrieb bekommen, sagt Furger. Anlegerinnen und Anleger sollten DKSH also auf jeden Fall auf dem Schirm behalten.

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