Hat der SMI die Befreiung geschafft?

Charttechniker halten den Januar-Effekt an der Schweizer Börse für wahrscheinlich und trauen dem SMI einen massiven Kurssprung zu.
06.01.2014 13:02
Von Ivo Ruch
Geht es nach der Charttechnik, geht es mit dem SMI weiter aufwärts.

Nach dem vorzüglichen 2013 an der Schweizer Börse und der späten Jahresendrally stellt sich die Frage: Wie weiter zu Jahresbeginn? Im noch jungen Jahr hat der Swiss Market Index (SMI) bis am Montagmittag noch keine klare Richtung eingeschlagen und notiert bei 8250 Punkten. Doch die Charttechniker der UBS sind der Meinung, dass dem SMI zuletzt ein Befreiungsschlag gelungen ist und es mit der Schweizer Börse weiter aufwärts geht.

Zunächst müsse allerdings der Widerstand bei 8294 Punkten überwunden werden, so die UBS-Experten. Ein deutlich massiverer Widerstand wartet beim Jahreshoch von 2013 bei 8411 Punkten.

Überspringt der SMI diese Hürden, trauen ihm die Charttechniker gar weiteren Aufwärtsschub zu: "Dieser dürfte den SMI an die Barriere bei 8919 Punkten zurückführen", schreibt die UBS in ihrer "KeyInvest Daily Markets". Das entspräche einem Plus von rund 8 Prozent in den kommenden Monaten. Auch die Zürcher Kantonalbank geht von einer höheren Tendenz des SMI aus. Sie schreibt in ihrer "Daily Market Opinion": "Auf Sicht von 1 bis 4 Monaten wird mit einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung in Richtung 8600 Punkte gerechnet."

Bewahrheiten sich die Prognosen und der SMI fährt in den kommenden Tagen und Wochen tatsächlich beachtliche Gewinne ein, könnte vom sogenannten Januar-Effekt gesprochen werden. Nach dieser ungeschriebenen Börsen-Regel performen die Aktien im ersten Monat des Jahres besser als im restlichen Jahr.

cash-Leser sind optimistisch

Die cash-Leser glauben ebenfalls an einen Kurssprung zu Jahresbeginn. Im Dezember fragte cash seine Leser "Wirds im Januar an den Börsen besser?" Von den rund 3800 Teilnehmenden waren zwei Drittel der Meinung, dass der Januar-Effekt auch in diesem Jahr eintreffen wird.

Denn schon 2013 trat dieses Szenario ein. Der SMI nahm damals Anlauf zu einem Steigerungslauf und legte im Monatsverlauf 8,5 Prozent zu – die beste Monatsperformance des Jahres. Dieser Schub hielt bis zum 22. Mai an, als der Leitindex mit einem Gewinn von 23 Prozent das Jahreshoch bei 8411 Punkten erreichte.

Dann versetzte der damalige Fed-Präsident Ben Bernanke den Börsen weltweit einen Schlag, indem er die Möglichkeit einer Reduktion der Anleihenkäufe ankündigte - der SMI sackte innerhalb von nur vier Wochen um 14 Prozent ab. Zum Jahresende resultierte dennoch ein Plus von 20 Prozent - eine Rally, die viele Experten nicht vorhergesehen hatten.

Für das laufende Jahr geben die Analysten wiederum zurückhaltende Prognosen ab. Die SMI-Schätzungen der Banken für Ende 2014 liegen zwischen 7950 und 8400 Punkten. Nur die Credit Suisse und die Bank Julius Bär trauen der Schweizer Börse mit Punkteständen zwischen 8800 und 9000 mehr zu. Das SMI-Allzeithoch liegt bei 9548 Punkten und stammt von Mitte 2007.