Hedgefonds gegen Grossbank - Beim Dollarkurs scheiden sich die Geister

Wetten Sie nicht darauf, dass die Rally des US-Dollar bald endet, rät der grösste börsennotierte Hedgefonds der Welt. Grossbanken sind ganz anderer Meinung.
18.08.2018 08:15
Dollarnoten im Druck.
Dollarnoten im Druck.
Bild: Pixabay

Während Investment-Titanen wie Morgan Stanley und State Street darauf setzen, dass die Rally des Greenback in diesem Jahr beinahe abgeschlossen ist, glaubt Man Group, dass sie weiter laufen könnte. Der eskalierende Handelskrieg zwischen den USA und China dürfte die Dollar-Stärke anheizen und sie nicht beenden, sagt Guillermo Osses, Leiter Emerging Markets Debt-Strategien bei Man Group, einer Sparte der Hedgefondsgesellschaft.

"Aus einer längerfristigen Perspektive sind die USA möglicherweise auf dem Weg, China eine beträchtliche Menge an Zöllen aufzuerlegen, die Übertragungseffekte auf all jene Länder haben könnte, die nach China verkaufen, einschliesslich Europa", sagt. "Auf handelsgewichteter Basis kann man wohl weiterhin eine Aufwertung des Dollars sehen, insbesondere in Relation zum Euro."

Die US-Währung wird vor allem dann an Stärke gewinnen, wenn der Euro, der rund zwei Drittel vom Dollar-Index ausmacht, sich wegen einer möglichen Verlangsamung der chinesischen Nachfrage nach europäischen Produkten angesichts des Handelskriegs abschwächt, so Osses.

Grossbanken sind anderer Meinung

Die Ansicht des Hedgefondsmanagers kollidiert mit einem wachsenden Chor von Finanzgiganten einschliesslich Wells Fargo und JPMorgan Private Bank, die sagen, der Greenback nähere sich seinem Höhepunkt, da die Faktoren, die einen steileren Lauf befeuerten, erschöpft seien. Sie gehen davon aus, dass das US-Wachstum gerade dann schwindet, wenn sich andere Zentralbanken der Rücknahme ihrer ultralockeren Geldpolitik nähern.

Hans Redeker, globaler Leiter Devisensrategie, bei Morgan Stanley, rechnet damit, dass der Dollar "bald wieder in seinen Abwärtstrend eintreten wird", nachdem er seit Mitte April mehr als fünf Prozent zugelegt hat.

Der Wiederanstieg des Greenback - wozu steigende US-Zinsen und Treasury-Renditen beigetragen haben - hat US-Präsident Donald Trump veranlasst, die Währung nach unten zu reden, um ihren Aufwärtstrend zu stoppen. Spekulative Investoren wie Hedgefonds haben nahezu die meisten Netto-Kaufpositionen gegenüber dem Dollar seit Februar 2017 angehäuft, da sie auf weitere Gewinne setzen.

Das Bloomberg Dollar Spot Index kletterte am letzten Montag auf den höchsten Stand seit Juni 2017, als sich die Finanzkrise in der Türkei ausweitete. 

(Bloomberg)