Hedgefonds setzen 2017 auf steigende Rohstoffe

Rohstoffe haben 2016 mit dem ersten Jahresgewinn seit 2010 eine Renaissance erlebt. Der Aufwärtstrend wird sich in diesem Jahr Teilmärkten fortsetzen - zumindest wenn es danach geht, was Hedgefonds signalisieren.
03.01.2017 20:00
Sojabohnen - ein begehrter Rohstoff.
Sojabohnen - ein begehrter Rohstoff.
Bild: pixabay.com

Finanzmanager erhöhten im Dezember bei 18 Rohstoffen ihre Netto-Long-Positionen - also Wetten auf Preisanstiege - insgesamt um 9,7 Prozent, wie aus Daten der Commodity Futures Trading Commission hervorgeht. Ein Jahr zuvor hatten sie noch Netto-Short-Positionen eingenommen, also auf fallende Preise gesetzt. Vorletzte Woche bauten die Investoren ihre Wetten auf Preiszuwächse bei Baumwolle, Rindern, Rohöl und Sojamehl aus. Weniger optimistisch waren sie allerdings für Mais, Kakao und Weizen

Nach fünf Verlustjahren in Folge hatten sich Rohstoffe wieder erholt, während die Angebotsflut bei Metallen und Energie abnahm. Es gibt immer mehr Marktteilnehmer, die der Ansicht sind, dass die Rally noch nicht vorüber ist.

Citigroup beispielsweise geht davon aus, dass sich die meisten Rohstoffen 2017 stark entwickeln werden. Sie begründet das mit einem beschleunigten Wachstum der Weltwirtschaft. Goldman Sachs gab im November erstmals seit mehr als vier Jahren wieder die Empfehlung ab, die Anlageklasse überzugewichten.

Rohstoffe als "attraktive Anlageklasse"

Rohstoffe sind zu einer "sehr attraktiven" Anlageklasse geworden, meint Quincy Krosby, Marktstratege bei Prudential Financial Inc. Das Unternehmen verwaltet rund 1,3 Billionen Dollar. "Wir haben die ersten Konjunktur-Ausgaben in China gesehen, hinzu kam eine Geldpolitik, die so angelegt war, dass sie Nachfrage und Wachstum belebt. Zudem war zu sehen, wie in den USA die wirtschaftliche Aktivität an Dynamik gewann, was den Schluss nahelegt, dass die Rohstoffpreise die Talsohle erreicht haben und zulegen werden."

Der Bloomberg Commodity Index, der die Erträge von 22 Rohstoffen abbildet, war im vergangenen Jahr um elf Prozent geklettert. Im Juni trat der Index in einen Bullenmarkt ein. Die beste Entwicklung des Jahres gab es bei Zink, das sich wegen eines Angebotsmangels und Bergwerksschließungen um 60 Prozent verteuerte. Auf der anderen Seite des Spektrums war Weizen als größter Verlierer zu finden, was an einer weltweiten Zunahme der Lagerbestände lag.

Industriemetalle verzeichneten im Schlussquartal 2016 einen überraschenden Sprung. Bei Kupfer ging es zum Beispiel 13 Prozent nach oben, das größte Plus in dem Zeitraum seit 2010. Einer der Gründe war das Versprechen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump, er wolle die Infrastrukturausgaben seines Landes erhöhen. Seit Anfang November haben Finanzmanager ihre Netto-Positionen auf steigende Kupferpreise mehr als verdreifacht.

Während Trumps Wahlsieg Kupfer nach oben trieb, trat für Edelmetalle genau das Gegenteil ein. Das Ende des hitzigen Wahlkampfs machte den Weg frei für etwas mehr politische Stabilität, zudem stiegen die Aktien auf neue Rekordstände. Seit Mitte November trennten sich Fonds von ihren Goldbeständen. Vorletzte Woche senkten sie ihre Netto-Long-Positionen um 23 Prozent auf 41.247 Kontrakte.

Das Edelmetall kommt dennoch auf das größte Jahresplus seit 2011. Analysten verweisen auf einen unsicheren Ausblick hinsichtlich der neuen Trump-Regierung und prognostizieren, dass der Goldpreis wieder an Dynamik gewinnen und in diesem Jahr 13 Prozent zulegen wird, zeigt eine Bloomberg-Umfrage.

(Bloomberg)