Heisse Wette auf das kalte Wetter

Die kalten Temperaturen in weiten Teilen der USA heizen dem Erdgaspreis ein. Wie Anleger davon profitieren können.
10.12.2013 12:30
Von Frédéric Papp
Die Nachfrage nach Erdgas treibt den Preis.

In weiten Teilen der USA sind übers Wochenende und am Montag verheerende Schneestürme hereingebrochen. Und die Serie von Sturmtiefs geht weiter: "Heftige, möglicherweise nie da gewesene Kälte könnte sich in den kommenden sieben bis zehn Tagen über die gesamte USA ausbreiten", sagte Bob Haas vom MDA Weather Service, einem Meteorologenbüro in den Vereinigten Staaten. Mitte Dezember könnte es zu "starken Nachfrageschüben bei Energie" kommen.

Die dortigen Temperaturen liegen denn auch unter dem Durchschnitt für dieses Jahr, sodass mehr als erwartet geheizt werden muss. Rund die Hälfte der amerikanischen Haushalte nutzt Gasthermen zum Heizen. Der Preis für nordamerikanisches Erdgas ist in den letzten fünf Wochen um rund 23 Prozent auf aktuell 4,25 Dollar geklettert.

Klamme Lagerbestände

Weiteren potenziellen Schub für die Gaspreise dürften die klamme Lagerbestände in den USA bieten. Laut der amerikanischen Energieinformationsbehörde EIA sind die Lagerbestände an Erdgas Ende November um 162 Milliarden Kubikfuss gefallen. Das war der stärkste Rückgang seit Februar dieses Jahres.

Weiter könnte es gar zu einer Unterbrechung der Erdgasproduktion kommen. Sinken die Temperaturen zu stark unter null, frieren die Pumpstationen ein. Laut dem "Wall Street Journal" vom Montag ist dies bei einigen Pumpstationen bereits geschehen.

Hohe Renditen - hohe Risiken

Risikotolerante Anleger können vom möglichen Erdgasboom durch den Kauf von Unternehmens-Titeln profitieren, die im Erdgasbusiness tätig sind. Beispiele sind Devon Energy, Apache oder bekanntere Unternehmen wie British Petroleum (BP).

Eine andere Möglichkeit ist der Kauf von strukturierten Produkten. Die Bank Vontobel zum Beispiel bietet Mini-Futures auf den Gas-Future oder ein Index-Zertifikat auf den "Vontobel Natural-Gas-Strategie Index" an. Das Produkt bildet die Entwicklung zwischen Investments in Natural-Gas-Futures sowie Direktinvestments in Aktien ab. Die Commerzbank bietet zudem Faktor-Zertifikate auf den Natural Gas Future mit dem Faktor 4 an. Das heisst für den Anleger: Verändert sich der Gaspreis um ein Prozent, steigt oder fällt das Zertifikat um 4 Prozent. 

Sowohl Mini-Futures als auch Zertifikate sind riskante Instrumente. Die Produkte sind in der Regel nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist somit ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Weiter droht bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten dem Anleger ein Geldverlust.