Helvetia-Zahlen besser als prognostiziert

Die Versicherungsgruppe Helvetia hat im ersten Halbjahr mehr verdient als vor Jahresfrist und die Gewinnerwartungen übertroffen. Zudem wird 2017 eine neue Konzernstruktur eingeführt.
05.09.2016 08:45
Das Logo von Helvetia.
Das Logo von Helvetia.
Bild: iNg

Die Integration der Nationale Suisse und Basler Österreich verläuft laut dem Management "sehr gut", und mit den Arbeiten zur Strategie "helvetia 20.20" sieht sich die Gruppe auf Kurs. Die Konzernstruktur soll derweil auf Anfang 2017 angepasst werden.

Der Gewinn der Gruppe stieg in den Monaten Januar bis Juni nach IFRS-Rechnungslegung um 15% auf 186,1 Mio CHF und übertraf auch die Analystenerwartungen. Das operative Ergebnis aus den Geschäftstätigkeiten (nach Steuern), welches die Helvetia aufgrund der Verzerrungen des IFRS-Gewinns durch Akquisitionseffekte in den Fokus stellt, erhöhte sich um 8% auf 238,3 Mio.

Die Integration von Nationale Suisse und Basler Österreich seien bereits zu weiten Teilen abgeschlossen, so die Helvetia in der Mitteilung vom Montag weiter. Nebst wenigen Migrationen von Datenbeständen müssten bis Anfang 2017 noch die Lebensgesellschaften in Italien fusioniert werden. In Deutschland liege derweil die Zustimmung der Aufsichtsbehörde für die Verschmelzung der operativen Einheiten vor.

Die Erfolge bei den Integrationsarbeiten hätten auch beim Erreichen der Synergieziele Wirkung gezeigt, so die Gesellschaft weiter. Im Halbjahresergebnis seien bereits Synergien vor Steuern in Höhe von 51,4 Mio CHF enthalten. Diese entfallen zu 39,7 Mio auf Personalkosteneinsparungen, hauptsächlich aufgrund natürlicher Fluktuation, und zu 11,7 Mio auf sonstige Kostenreduktionen.

Combined Ratio verbessert

In der Nichtlebensversicherung verbesserte sich die für die Branche wichtige Combined Ratio um 0,5 Prozentpunkte auf 91,9%. Das Nichtlebensergebnis sank hingegen aufgrund des tieferen Kapitalanlageresultats um 4,5% auf 151,1 Mio CHF. Die schwache Performance der Aktien habe auf das Ergebnis gedrückt, heisst es.

Zur Gewinnsteigerung beigetragen hat dagegen die Lebensparte, wo das Ergebnis um 4,2% Ergebnis aus Geschäftstätigkeit um 4,2% auf 88,4 Mio CHF angestiegen ist. Besser ausgefallen sei vor allem das Zinsergebnis, nachdem im BVG-Geschäft der Mindestzinssatz gesenkt worden sei. Darüber hinaus verbesserte sich das Ergebnis des Bereichs "Übrige Tätigkeiten" auf -1,2 Mio von -22,2 Mio dank einer Verbesserung in der Rückversicherung.

Mit den Kapitalanlagen erwirtschaftete die Helvetia einen laufenden Ertrag in der Höhe von 523,3 Mio CHF, was um gut 20 Mio über Vorjahr liegt. Die annualisierte direkte Anlagerendite zum Vorjahr lag unverändert bei 2,3%. Die gewinnwirksamen Verluste auf Kapitalanlagen summierten sich allerdings netto auf 57,6 Mio und stammten praktisch nur aus dem Aktienbereich, und so liegt das gewinnwirksame Anlageresultat mit 465,7 Mio (VJ 521,7 Mio) unter Vorjahr.

Wachstum im Lebensgeschäft

Das Geschäftsvolumen der Gruppe wuchs derweil um 3,4% auf 5,54 Mrd CHF und um 5,3% in Lokalwährungen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Insgesamt wurden 5,4% höhere Bruttoprämien von 5,49 Mrd gebucht.

Einen Volumenanstieg von 5,3% (in LW) erreichte die Lebensparte, wo der Verkauf kapitalschonender Produkte (+8,4%) besonders gut lief. Im Nichtleben (+1,0%) waren das Nischen- (+7,1%) und das Schweizer Geschäft (+1,8%) dank eines einmaligen Effekts in der Motorfahrzeugversicherung die wesentlichen Treiber. Europa ging um 2,6% zurück.

In der Bilanz weist die Gruppe ein Eigenkapital in Höhe von 4,84 Mrd CHF nach 4,66 Mrd per Ende 2015 aus. Die auf das Gesamtjahr hochgerechnete Eigenkapitalrendite lag mit 9,4% im Bereich der Ziel-Bandbreite von 8-11%.

Neue Konzernstruktur

"Wir verfolgen die mit 'helvetia 20.20' eingeschlagene Richtung konsequent weiter", wird der neue CEO Philipp Gmür zitiert. Über die nächsten fünf Jahre soll die Gruppe agiler, kundenzentrierter und innovativer werden und die Chancen rund um die Digitalisierung nutzen.

Zudem gilt ab Anfang 2017 eine neue Konzernstruktur, wobei das Schweizer Geschäft gestärkt wird. Nebst den Markteinheiten Europa und Specialty Markets werden auch die Schweizer Leiter Nichtleben, Einzelleben, Kollektivleben und Vertrieb in der Konzernleitung Einsitz nehmen.

Die Anpassungen führen auch zu personellen Änderungen in der Geschäftsleitung Schweiz: So treten Hermann Sutter (Nichtleben) und Angela Winkelmann (Human Resources und Dienste) im Laufe des nächsten Jahres in den Ruhestand, und Uwe Bartsch (Unternehmensentwicklung) sowie Andreas Bolzern (Finanzen) übernehmen neue Funktionen bei Helvetia.

(AWP)